Jahresbericht 2001
Zentrum für ambulante kardiologische Rehabilitation

Berlin, im Mai 2002
herzhaus
Axel-Springer Str. 42
10969 Berlin
Telefon: (030) 259496-0
Telefax: (030) 259496-66
e-mail: reha@herzhausberlin.de
Vors. wiss.
Beirat: Anton
J. Rouwen
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Ergebnisse statistischer
Auswertung und Basisdokumentation
A Strukturqualität
1. Anzahl
der Patienten
2. Geschlecht
3. Alter
4. Letzter
beruflicher Status
5. Kostenträger
6. Art
des Verfahrens
7. Fahrt
zur Rehabilitation
8. Schwerbehinderung
9. Partnersituation
10. Hauptbehandlungsdiagnosen
11. Risikoprofil
11.1
Fettstoffwechselstörung
11.2
Nikotin
11.3
Hypertonie
11.4
Diabetes mellitus
11.5
Alkohol
11.6
Genetische Disposition
11.7
Bewegungsmangel
11.8
psychosoziale Faktoren
12.
Liste der zuweisenden Krankenhäuser bei AHB/AR
B Prozessqualität
1. Verweildauer
2. Rehabilitationsdiagnostische
Maßnahmen
2.1
kardiologisch
2.2
psychologisch
3. Rehabilitationstherapeutische
Maßnahmen
3.1 Sport- und Bewegungstherapie
3.1.1 EKG-
und blutdrucküberwachtes Ergometertraining mit Monitoring
3.1.2 Bewegungstherapie in Gruppen
3.1.3 Koordinationstraining
3.1.4 Atemgymnastik
3.1.5 Rückenschule
3.1.6 Vortrag Sport- und Bewegungstherapie
3.2 Teilnahme an Vorträgen -
Gesundheitsbildungsprogramm
3.3 Psychologische Interventionen
3.4 Physiotherapie
3.5 Ernährungsberatung
3.6 Sozialberatung
C Ergebnisqualität
1. Medikation
2. Erreichen
der Rehabilitationsziele
3. Sozialmedizinische
Beurteilung
4. Patientenzufriedenheit
II.
Wissenschaftliche Arbeit
III.
Zusammenfassung und Ausblick
Ansprechpartner
im Herzhaus
Literaturverzeichnis
Vorwort:
Mit der Einführung des neuen SGB
IX hat die ambulante Rehabilitation einen neuen Stellenwert in der Betreuung
von Patienten in Deutschland erhalten. In ihm wird der Grundsatz ambulante
Rehabilitation vor stationäre Rehabilitation festgeschrieben. Insofern war die
Eröffnung des Zentrum für ambulante kardiologische Rehabilitation herzhaus
im Jahr 2000 und seine Entwicklung 2001 ein richtungsweisender Schritt.
In dem Jahresbericht 2001 möchten
wir Ihnen die weitere positive Entwicklung des herzhauses darstellen. 420 Patienten
haben die Möglichkeit ambulanter, wohnortnaher, kardiologischer Rehabilitation
in Anspruch genommen.
Bei der Gegenüberstellung der
erfassten Daten der Jahre 2000 und 2001 können Sie erkennen, dass die
unternommenen Anstrengungen in der Prozessqualität sich in der Ergebnisqualität
widerspiegeln. Großen Wert legten wir darauf, dass sich unsere Patienten im
Rehazentrum wohlfühlten. Dazu haben wir die Aufenthaltsbereiche und den
Speisesaal großzügig modernisiert. Eine große Resonanz fand bei den Patienten
der hauseigene Fahrdienst. Er wurde hauptsächlich von den Patienten in Anspruch
genommen, die öffentliche Verkehrsmittel noch nicht benutzen konnten.
Im 2. Teil des Jahresberichtes
finden Sie die Ergebnisse unserer gemeinsamen Studie mit der Klinik für
Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité Berlin (Dir. Prof. Dr. W. Konertz) mit
dem Titel
Ambulante oder stationäre
kardiologische Rehabilitation?
Versuch einer Zuordnung der
Patienten nach rationalen Gesichtspunkten
Wir hoffen, den Belegern und Zuweisern
mit dem Jahresbericht 2001 und der Studie Nachweise über unsere Bemühungen zur
Qualitätssicherung zu geben.
Reiner Korb
Verwaltungsleiter
I.
Ergebnisse statistischer Auswertung und Basisdokumentation
A.
Beschreibung der Strukturqualität
1. Anzahl der Patienten
Das Zentrum für ambulante
kardiologische Rehabilitation wurde am 15.02.00 eröffnet. Im Jahr 2000
behandelten wir 197 Patienten, im Jahr 2001 waren es 420 Patienten.
2. Geschlecht
Von den 420 behandelten Patienten
waren 72,7% Männer, 27,3% Frauen.
Die Geschlechtsverteilung der
Patienten in unserer Einrichtung entsprach der aus epidemiologischen Studien
bekannten besonderen Häufung der KHK bei Männern.
|
2001
|
n
|
%
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Mann
|
305
|
72,7
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Frau
|
115
|
27,3
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3. Alter
Im Jahr 2001 hatte die Hälfte der
Patienten das 60. Lebensjahr überschritten. Das Durchschnittsalter der
Patienten ist im Vergleich zu 2000 um 3 Jahre,
auf 59 Jahre gestiegen.
Es zeigt sich, dass die
kardiologische Rehabilitation bei älteren Patienten zunehmend ambulant
durchgeführt wird.
|
|
2000
|
|
2001
|
|
|
Altersklassen
|
n
|
%
|
n
|
%
|
|
18-24
|
3
|
1,52
|
2
|
0,34
|
|
25-30
|
1
|
0,51
|
4
|
1,01
|
|
31-35
|
6
|
3,05
|
8
|
2,02
|
|
36-40
|
8
|
4,06
|
16
|
3,7
|
|
41-45
|
14
|
7,11
|
18
|
4,38
|
|
46-50
|
28
|
14,2
|
51
|
12,1
|
|
51-55
|
26
|
13,2
|
40
|
9,43
|
|
56-60
|
42
|
21,3
|
76
|
18,2
|
|
61-65
|
31
|
15,7
|
86
|
20,5
|
|
66-70
|
23
|
11,7
|
54
|
12,8
|
|
71-75
|
12
|
6,09
|
45
|
10,8
|
|
76-80
|
2
|
1,02
|
18
|
4,38
|
|
81-90
|
1
|
0,51
|
2
|
0,34
|

4. Letzter berufl. Status
225 Patienten bezogen bei
Aufnahme eine Rente. 195 Patienten befanden sich in einem erwerbsfähigen
Status. Davon waren 127 Patienten beruflich tätig (65,2%), 66 Patienten waren
arbeitslos oder bezogen Sozialhilfe (34,1%), 1 Patient befand sich im
Vorruhestand (0,72%).
Im Vergleich mit den Zahlen des
Vorjahres muss festgestellt werden, dass der prozentuale Anteil der Rentner bei
unseren Patienten deutlich gestiegen ist, von
40,6 % im Jahre 2000 auf 53,5 im Jahre 2001. Reziprok dazu verhält sich
der Anteil der im Erwerbsleben stehenden Patienten.
Eine Veränderung im Vergleich mit
dem Jahre 2000 gab es auch beim beruflichen Status. Während im Jahre 2000
lediglich 15,4 % der erwerbsfähigen Patienten arbeitslos waren bzw. Sozialhilfe
bezogen, stieg im Jahre 2001 der Anteil dieser Personengruppe auf 34,1%.


5. Kostenträger:
Auch bei den
Kostenträgern gab es eine Veränderung im Vergleich mit dem Vorjahr. Die
gesetzliche Rentenversicherungen waren nur noch in ca. 40 % der Fälle Träger
der Rehabilitationsmaßnahme im Vergleich mit ca. 50 % im Jahre 2000.
Diese Entwicklung ergibt sich aus
der veränderten Altersstruktur der Patienten, die dazu führte, dass die
gesetzlichen Krankenkassen zunehmend Kostenträger der kardiologischen
Rehabilitation geworden sind.
|
Kostenträger
|
Anzahl 2000
|
Prozent 2000
|
Anzahl 2001
|
Prozent 2001
|
|
Gesetzliche Rentenversicherungen:
|
|
|
|
|
|
BfA
|
55
|
27,9
|
100
|
23,9
|
|
LVA Berlin
|
40
|
20,3
|
62
|
14,8
|
|
LVA
Brandenburg
|
|
|
4
|
0,9
|
|
BVA
|
1
|
0,51
|
4
|
0,9
|
|
Gesetzliche Krankenversicherungen
|
|
|
|
|
|
AOK Berlin
|
78
|
39,6
|
171
|
40,8
|
|
AOK
Brandenburg
|
|
|
3
|
0,8
|
|
IKK
|
1
|
0,51
|
3
|
0,8
|
|
BEK
|
2
|
1,02
|
7
|
1,8
|
|
KKH
|
3
|
1,52
|
1
|
0,2
|
|
DAK
|
1
|
0,51
|
5
|
1,3
|
|
BKK
|
3
|
1,52
|
21
|
5,1
|
|
HEK
|
1
|
0,51
|
1
|
0,2
|
|
GEK
|
|
|
2
|
0,6
|
|
PBK
|
|
|
2
|
0,6
|
|
Sonstige
|
|
|
|
|
|
Sozialamt
|
4
|
2,03
|
14
|
3,4
|
|
PKV
|
8
|
4,06
|
16
|
3,9
|
6. Art des Verfahrens:
Im Jahr 2001 wurden uns im Rahmen
eines AHB/AR-Verfahrens 87,2% der Patienten zugewiesen, im Rahmen eines
allgemeinen Heilverfahrens nur 12,8%. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich eine
leichte Erhöhung (ca. 2,5%) bei der Anzahl der Heilverfahren.

7. Fahrt zur Rehabilitation
263 Patienten (62,6%) konnten
unsere Einrichtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Sie erfüllten
damit die Voraussetzung, die bisher an die Durchführung einer ambulanten
Rehabilitationsmaßnahme gestellt wurde. 157 Patienten (37,4%) nahmen zeitweilig
oder während der gesamten Rehabilitationsdauer unseren hauseigenen Fahrdienst
in Anspruch.
|
|
Anzahl 2000
|
Prozent 2000
|
Anzahl 2001
|
Prozent 2001
|
|
ÖffentlicheVerkehrsmittel
|
177
|
89,8
|
263
|
62,6
|
|
Fahrdienst
|
20
|
10,2
|
157
|
37,4
|

8. Schwerbehinderung vor Rehabilitation:
|
|
|
Anzahl
2000
|
Prozent
2000
|
Anzahl
2001
|
Prozent
2001
|
|
Schwerbehinderung
|
50
|
25,4
|
105
|
24,9
|
105 Patienten (24,9%) hatten bereits vor Beginn der
Rehabilitation den Schwerbehindertenstatus. Die Zahlen haben sich im Vergleich
zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

9. Partnersituation:
321 Patienten (76,4%) lebten in
Partnerschaft, 55 Patienten (13,1%) lebten allein mit ausreichenden sozialen
Kontakten und 31 Patienten (7,41%)
waren allein lebend und verfügten nicht über soziale Kontakte.
|
|
Anzahl
2000
|
Prozent
2000
|
Anzahl
2001
|
Prozent
2001
|
|
in
Partnerschaft
|
163
|
82,8
|
334
|
79,5
|
|
allein mit Kontakt
|
31
|
15,7
|
55
|
13,1
|
|
allein ohne Kontakt
|
3
|
1,5
|
31
|
7,4
|
10. Behandlungsdiagnosen:
Ebenso wie im Jahre 2000 war es auch im Jahre 2001 bei mehr als 50 % der
von uns aufgenommenen Patienten im Rahmen der Manifestation der KHK zu einem
Herzinfarkt gekommen Bei ca. 30% der Patienten hatte sich die KHK als
stabile oder instabile Angina pectoris (Präinfarktsyndrom) manifestiert.
|
|
|
|
|
Hauptbehandlungsdiagnose
|
|
|
|
|
|
Angina pectoris und
Präinfarktsyndrom
|
57
|
29,0
|
128
|
30,7
|
|
Myokardinfarkt bis 3 Monate
|
89
|
45,4
|
189
|
45,1
|
|
Myokardinfarkt 4-12 Monate
|
7
|
3,5
|
13
|
3,0
|
|
Myokardinfarkt über 12 Monate
|
13
|
6,6
|
24
|
5,7
|
|
Kardiomyopathie
|
3
|
1,5
|
1
|
0,3
|
|
Hypertonie
|
8
|
4,0
|
7
|
1,6
|
Gefäßerkrankungen
|
|
|
|
a. angeborene Fehlbildung
|
|
|
1
|
0,3
|
|
b. Aortenaneurysma/
Dissektion
|
1
|
0,5
|
6
|
1,3
|
|
c. paVK
|
4
|
2,0
|
3
|
0,6
|
|
d. Verschluss und
Stenose von extracraniellen
Arterien
|
1
|
0,5
|
|
|
|
Herzklappenerkrankung mit
Operation
|
6
|
3,0
|
16
|
3,7
|
|
Herzrhythmusstörungen
|
5
|
2,5
|
4
|
1,0
|
|
Angeborene Fehlbildungen des
Herzens
|
1
|
0,5
|
3
|
0,6
|
|
Neubildungen/Myxom
|
1
|
0,5
|
1
|
0,3
|
|
Sonstige Herzerkrankungen bei
anderorts klassifizierten Erkrankungen
|
1
|
0,5
|
24
|
5,8
|
85,8% der 420 von uns behandelten
Patienten hatten eine koronare Herzkrankheit unterschiedlicher Ausprägung.
Gegenüber dem Jahr 2000 ist eine Zunahme des Schweregrades der koronaren
Herzkrankheit festzustellen.
|
|
|
|
|
KHK und Ausprägung
|
164
|
83,25
|
360
|
85,8
|
|
KHK-1
|
60
|
36,58
|
119
|
32,9
|
|
KHK-2
|
51
|
31,09
|
87
|
24,3
|
|
KHK-3
|
47
|
28,66
|
123
|
34,2
|
|
KHK mit Hauptstammstenose
|
6
|
3,67
|
31
|
8,6
|
Ca. 38%
der Patienten waren im Ergebnis der Manifestation der KHK operativ
revaskularisiert worden, bei ca. 54% erfolgte ein interventioneller
Eingriff.
Die Zahlen widerspiegeln
realistisch die Häufigkeit der therapeutischen Optionen.
|
|
|
|
|
|
Behandlungsmethode der KHK
|
164
|
|
360
|
|
|
Koronare Bypassoperation
|
58
|
35,36
|
135
|
37,6
|
|
PTCA
|
93
|
56,70
|
195
|
54,1
|
|
Konservative Behandlung
|
13
|
7,94
|
30
|
8,3
|
11. Risikoprofil
Das Risikoprofil ergab sich aus
den anamnestischen Angaben und/oder den hier erhobenen Befunden der Patienten
bei Aufnahme.
|
Prozent 2000
|
Prozent 2001
|
11.1 Fettstoffwechselstörung
|
37,6
|
30,8
|
|
|
|
|
11.2 Nikotin
|
|
|
Nichtraucher
|
23,3
|
39,7
|
|
Exraucher
|
50,3
|
35,9
|
|
bis 10 Zig./Tag
|
5,6
|
3,9
|
|
mehr 10 Zig./Tag
|
20,8
|
12,8
|
|
|
|
11.3 Hypertonus
|
51,3
|
34,6
|
|
|
|
|
|
11.4 Diab.mell.
|
18,7
|
21,8
|
|
diätetisch behandelt
|
16,2
|
15,9
|
|
Diät u. orale
Antidiabetika
|
43,3
|
43,8
|
|
Diät u. Insulin
|
40,5
|
40,3
|
|
|
|
|
|
11.5 Alkoholkonsum
|
|
|
|
selten, bei Festen
|
82,7
|
74,0
|
|
Regelmäßig kleine Mengen
|
8,6
|
4,0
|
|
regelmäßig große Mengen
|
1,5
|
6,0
|
|
nein, Abstinenz
|
7,2
|
16,0
|
Eine ererbte Disposition wurde angenommen, wenn
mindestens bei einem Elternteil ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, eine
Hypertonie, ein Diabetes mellitus oder auch eine andere
Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag.
11.6
Ererbte Disposition
|
49,7
|
19,2
|
Von Bewegungsmangel wurde
ausgegangen, wenn der Patient nicht mindestens einmal pro Woche ein gezieltes
Bewegungsprogramm über mindestens 30 Minuten durchgeführt hat, die zu einer
adäquaten Steigerung der Herzfrequenz führt.
11.7 Bewegungsmangel
|
39,6
|
19,2
|
Von einem erhöhten psychosozialem
Risiko wurde ausgegangen, wenn der Patient angab, dass längere Zeit ihn
belastende Probleme im familiären, beruflichen und sozialen Bereich bestanden.
Berücksichtigt wurden auch vorbestehende psychische Störungen und akzentuierte
Persönlichkeitsstrukturen.
|
11.8 psychosoziale Faktoren
|
42,1
|
28,2
|
|
davon im berufl. Bereich
|
48,2
|
31,8
|
|
im privat. Bereich
|
20,5
|
50,0
|
|
priv. u. berufl. Bereich
|
31,3
|
18,2
|
12. Liste der zuweisenden Krankenhäuser
|
Caritas Klinik
Pankow
|
Innere Abteilung
|
|
Auguste-Viktoria-Krankenhaus
|
Innere Abteilung /
Kardiologie
|
|
Charité Campus
Berlin Buch
|
Franz Volhard
Klinik
|
|
Charité Campus Mitte
|
Klinik für
Kardiovaskuläre Chirurgie
|
|
Charitè Campus
Mitte
|
Medizinische
Universitätsklinik/Kardiologie
|
|
Charité Campus Virchow-Klinikum
|
Medizinische
Universitätsklinik/Kardiologie
|
|
Deutsches
Herzzentrum Berlin
|
Klinik für
Kardiologie
|
|
Deutsches
Herzzentrum Berlin
|
Klinik für Herz-
und Thoraxchirurgie
|
|
Dominikus-Krankenhaus
|
Innere Abteilung
|
|
DRK Kliniken Mark
Brandenburg
|
Innere Abteilung
|
|
DRK Kliniken
Westend
|
Med. Klinik II
Kardiologie
|
|
DRK-Kliniken
Köpenick
|
Med. Klinik I
|
|
Elisabeth-Krankenhaus
|
Innere Abteilung
|
|
Evangelisches
Waldkrankenhaus Spandau
|
Innere Abteilung
|
|
Franziskus-Krankenhaus
|
Innere Abteilung /
Kardiologie
|
|
Gemeinschaftskrankenhaus
Havelhöhe
|
Medizinische Klinik
für Kardiologie
|
|
Grunewald-Klinik
|
Innere Abteilung
|
|
Immanuel-Krankenhaus,
Rheumaklinik
|
Innere Abteilung
|
|
Jüdisches
Krankenhaus
|
Klinik für Kardiologie
|
|
Klinikum Urban
|
Med. Klinik /
Kardiologie
|
|
Krankenhaus
Hedwigshöhe
|
Innere Abteilung
|
|
Krankenhaus
Hellersdorf/Kaulsdorf
|
Innere Abteilung
|
|
Krankenhaus im
Friedrichshain
|
Med. Klinik /
Kardiologie
|
|
Krankenhaus Moabit
|
Innere
Medizin/Kardiologie
|
|
Krankenhaus
Neukölln
|
Innere
Medizin/Kardiologie
|
|
Krankenhaus
Prenzlauer Berg
|
Innere
Medizin/Kardiologie
|
|
Krankenhaus
Reinickendorf, Humboldt- Krankenhaus
|
Abteilung für
Kardiologie
|
|
Krankenhaus Spandau
|
Abteilung für
Innere Medizin
|
|
Malteser
Krankenhaus
|
Innere Abteilung
|
|
Martin-Luther-Krankenhaus
|
Innere
Medizin/Kardiologie
|
|
Oskar-Ziethen-Krankenhaus
|
Klinik für Innere
Medizin/Kardiologie
|
|
Park-Klinik
Weißensee
|
Innere Medizin
|
|
Paulinen-Krankenhaus
|
Kardiologische
Weiterbehandlung
|
|
Schlosspark-Klinik
|
Innere Abteilung
|
|
St. Antonius
Krankenhaus
|
Innere Abteilung
|
|
St.
Gertrauden-Krankenhaus
|
Abteilung für
Kardiologie
|
|
St. Hedwig Kliniken
|
Innere Abteilung
|
|
St.
Josef-Krankenhaus
|
Innere Abteilung
|
|
St. Marien
Krankenhaus
|
Innere Abteilung
|
|
Unfallkrankenhaus
Berlin
|
Klinik für Innere
Medizin
|
|
Universitätsklinikum
Benjamin Franklin
|
Med.
Universitätsklinik / Kardiologie
|
|
Wenckebach
Krankenhaus
|
Kardiologie
|
B.
Beschreibung der Prozessqualität
1.
Verweildauer
Bei der durchschnittlichen
Verweildauer handelt es sich um Behandlungstage.
Da, wie bereits im vergangenen
Jahr von uns dargestellt, die ambulante Rehabilitation die gleichen Ergebnisse
wie stationäre Rehabilitation bei den beschriebenen und geschilderten Patienten
zeigt, ergibt sich hier ein deutliches Kostenreduktionspotential.
|
Durchschnittliche Verweildauer :
|
|
|
|
2000
|
|
|
2001
|
|
|
15,8 Tage
|
|
|
15,5 Tage
|
|
|
Anzahl der Patienten
|
Behandlungstage
|
Anzahl der Patienten
|
|
|
1
|
1
|
2
|
|
|
0
|
2
|
2
|
|
|
2
|
3
|
3
|
|
|
2
|
4
|
3
|
|
|
1
|
5
|
4
|
|
|
0
|
6
|
33 3
|
|
|
1
|
7
|
2
|
|
|
0
|
8
|
3
|
|
|
0
|
9
|
2
|
|
|
1
|
10
|
1
|
|
|
0
|
11
|
1
|
|
|
3
|
12
|
1
|
|
|
3
|
13
|
1
|
|
|
2
|
14
|
5
|
|
|
123
|
15
|
276
|
|
|
0
|
16
|
1
|
|
|
0
|
17
|
2
|
|
|
0
|
18
|
3
|
|
|
48
|
19
|
80
|
|
|
5
|
20
|
14
|
|
|
0
|
21
|
2
|
|
|
5
|
24
|
8
|
|
2.
Rehabilitationsdiagnostische Maßnahmen
2.1 kardiologische
diagnostische Maßnahmen:
|
Untersuchung:
|
Anzahl 2000
|
Anzahl 2001
|
|
12-Kanal-EKG
|
444
|
1107
|
|
Lungenfunktionsprüfung
|
183
|
482
|
|
Ergometrie
|
390
|
845
|
|
Farbdopplerechokardiographie
|
210
|
512
|
|
Langzeit-EKG
|
217
|
623
|
|
Langzeit-Blutdruck
|
22
|
205
|
|
Blutzuckertest/Kapillarblut
|
299
|
603
|
|
Verbandswechsel
|
268
|
735
|
|
INR-Test
|
230
|
598
|
|
Venöse Blutentnahmen
|
580
|
1113
|
Bei allen Patienten erfolgten mindestens zwei umfassende
Laboruntersuchungen, u. a. mit dem Ziel der Abschätzung des
Arterioskleroserisikos.
2.2 psychologische diagnostische Maßnahmen:
Zum Beginn der psychologischen Befunderhebung wurden
bei allen Patienten, die über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügten,
durch psychometrische Daten erhoben. Insgesamt wurde ca. 400 Patienten mit der
Hospital Anxiety and Depression Scale- deutsche Version- ein Fragebogen zur
Erfassung von Angst und Depressivität in der somatischen Medizin vorgelegt.
Signifikant erhöhte Werte in einer (oder beiden) dieser Dimensionen diente als
erstes Selektionskriterium für die Verordnung psychologischer
Einzelbehandlungen. Ein zweites bestand in der erkennbaren
Behandlungsmotivation. Die Einschätzung des Ausmaßes der psychischen
Beschwerden wurde im Team mit dem Eindruck, den die Patientin/der Patient
sowohl bei der ärztlichen Aufnahme als auch den anderen therapeutischen Kontakten hinterließ, abgeglichen und führte
dann als drittes Selektionskriterium zu der Entscheidung für oder gegen weitere
diagnostische Maßnahmen bzw. verhaltenstherapeutisch orientierte
Einzelbehandlung(en). So konnte der Einsatz der begrenzten Ressourcen optimiert
werden.
Im Ergebnis dieses screenings (mittels HADS)
zeigten sich bei fast einem Viertel der untersuchten Patienten Werte, die
entweder einer sekundären Neurotisierung durch die Erkrankung des Körpers im
Sinne einer Anpassungsstörung entstammten, oder als echte Komorbidität mit der
somatischen Erkrankung gemeinsam auftraten.
3.
Rehabilitationstherapeutische Maßnahmen
Im Zusammenhang mit der vom
Gesetzgeber geforderten Verbesserung der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen
wurde im Bericht der Reha-Komission des Verbandes Deutscher
Rentenversicherungsträger eine Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL)
für die medizinische Rehabilitation erarbeitet mit dem Ziel der Definition
therapeutischer Einheiten und Standards für die medizinische Dokumentation.
3.1
Sport- und Bewegungstherapie
Schwerpunkte der Sport- und Bewegungstherapie im Rahmen der
Rehabilitation
|
|
Therapiebezeichnung
|
KTL- Nummer
|
|
3.1.1
|
EKG- und blutdrucküberwachtes
Ergometertraining mit
Monitoring
|
l 32
|
|
3.1.2
|
Bewegungstherapie in Gruppen
|
l 01
|
|
3.1.3
|
Koordinationstraining
|
l 01.71
|
|
3.1.4
|
Atemgymnastik
|
l 51.40
|
|
3.1.5
|
Rückenschule
|
k 14
|
|
3.1.6
|
Vortrag Sport- und Bewegungstherapie
|
k 51
|
Inhaltliche Beschreibung der einzelnen bewegungstherapeutischen
Schwerpunkte
3.1.1 EKG- und blutdrucküberwachtes
Ergometertraining:
- in Gruppen zu höchst. 12 Patienten über eine
Trainingszeit/ Dauer von 30 min (5
min Aufwärmphase, 20 min
Hauptbelastungsphase, 3 min aktive Erholungsphase, 2 min Erholungsphase im
Sitzen)
- durchgeführt wird das Programm individuell
trainingspulsgesteuert mit der Möglichkeit des Dauerleistungsprogramms und des
Intervallprogramms
Von
420 Patienten, die insgesamt im Jahr 2001 im herzhaus rehabilitiert wurden,
konnten 17 Patienten nicht am Ergometertraining teilnehmen.
|
|
Anzahl
Ergometereinheiten
insgesamt
|
Anzahl
Teilgenommener
Patienten
|
durchschnittliche
Anzahl
Pro Patient
|
|
Ergometertraining mit Monitoring
|
5262
|
403
|
13,1
|
Durchschnittlicher
Leistungszuwachs beim Ergometertraining:
|
|
Anzahl der
berücksichtigten
Teilnehmer
|
Durchschnittlicher Leistungszuwachs
in Watt
|
|
Männlich
|
293
|
19
|
|
Weiblich
|
110
|
13
|
|
Insgesamt
|
403
|
16
|
3.1.2 Bewegungstherapie in Gruppen
Die Bewegungstherapie in Gruppen findet in drei unterschiedlichen
Leistungsgruppen statt. Die Planerstellung, sowie die Einteilung in die Leistungsgruppen,
erfolgt für jeden Patienten nach den Ergebnissen beim Belastungs- EKG.
Gruppe A:
-
In Gruppen zu höchst. 10 Pat
-
Zeit der Anwendung 30-40 min je nach Belastungsintensität
-
Anwendungen finden aufgrund der geringen Belastbarkeit ausschließlich im
Sitzen statt (Hockergymnastik)
Gruppe B:
-
In Gruppen zu höchst. 12 Pat. mit einer Belastbarkeit unter 1 Watt/ kg
Körpergewicht
-
Zeit des Trainings 45 min
-
Anwendungen finden hauptsächlich im Stand und im langsamen Gehen statt
Gruppe C:
-
in Gruppen zu höchst. 12 Pat. mit einer Belastbarkeit von mind. 1Watt/
kg Körpergewicht
-
Zeit des Trainings 45 min
-
Anwendungen finden hauptsächlich im zügigen Gehen zum Teil im leichten
Laufen statt
3.1.3 Koordination
-
Beübung von koordinativen Fähigkeiten, wie z.B. Gleichgewichtfähigkeit,
Rhythmisierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit,
Kopplungs-fähigkeit u.a. mittels verschiedener Kleingeräte
-
Verbesserung der intermuskulären Koordination/ Propriozeptionstraining
3.1.4 Atemtherapie
-
Dehnung und Kräftigung der Atemhilfsmuskulatur
-
Übungsbeispiele zur Zwerchfellkräftigung und dessen Mobilisation
-
Selbstbeobachtung der Patienten in Bezug auf die Parameter
Atemrhythmus, Atemtiefe und Atemfrequenz Hinweise zur Optimierung und
Ökonomisierung
-
Sensibilisierung des Patienten in Bezug auf die Atemräume Bauch,
Flanke und Rücken (Bauchatmung, Flankenatmung und Rückenatmung)
-
Bewegung, Dehnung und Kräftigung unter Atmungsaspekten (z.B.
Anti-Pressatmungs-Training, Mund- und Nasenatmung)
3.1.5 Rückenschule
-
Dehnung und Kräftigung der die physiologische Form der Wirbelsäule
unterstützen-den Muskelgruppen
-
propriozeptives Training zur Verbesserung der neuromuskulären Situation
im WBS-Schulter-Hüft-Bereich
-
rückenschonendes Heben - Bücken - Tragen
-
rückenschonendes Stehen - Sitzen - Liegen
|
|
Patienten
Zahl
|
Anzahl
Insges.
|
Durchschn.
Anzahl pro
Patient
|
Durchschn.
Verweildauer
In Tagen
|
Durchschn.
Pro Pat.
Pro Tag
|
|
Bewegungstherapie
In Gruppen
|
420
|
11953
|
28,5
|
15,5
|
1,8
|
Insgesamt wurden bei den Patienten mit einer täglichen
Gesamtdauer von 2 Stunden und 15 Minuten drei Maßnahmen der Bewegungstherapie
durchgeführt.
3.1.6 Vortrag der Sporttherapie
Zum Abschluss der Rehabilitation
führten die Sporttherapeuten ein Seminar zur Motivationsförderung einer
lebenslangen Bewegungstherapie durch. Schwerpunkte dabei waren:
-
Ambulante Herzgruppe
-
IRENA-Programm der BfA
-
Möglichkeiten und Durchführung eines selbständigen Trainings
3.2 Teilnahme an Vorträgen -
Gesundheitsbildungsprogramm
Alle 420 Patienten nahmen an
diesen Vorträgen teil. Da bei 8 % der Patienten Sprachbarrieren die
Wissensaufnahme beeinträchtigten, kamen hier zusätzliche Einzelgespräche unter
Einbeziehung sprachkundiger Angehöriger zur Anwendung.
-
Ziele und Inhalte der kardiologischen Rehabilitation
-
Aufbau des Herz-Kreislaufsystems, Untersuchungsmethoden bei
den wichtigsten Erkrankungen
-
Risikofaktoren der Arteriosklerose Lebensstiländerung
-
Grundlagen der gesunden Ernährung
-
Stress und Persönlichkeit als Risikofaktoren der KHK
-
Aspekte der sozialen Sicherung
-
Bewegungstherapie im Alltag Teilnahme an der amb. Herzgruppe
3.3 Psychologische
Interventionen
Verhaltenstherapeutisch orientierte
Einzelbehandlungen erfolgten bei 212 Patienten (50,5 % aller in der Einrichtung
behandelten Patienten) mit durchschnittlich 1,7 Kontakten.
Patienten mit vorliegender
Nikotinabhängigkeit (Nochraucher und seit dem Infarktgeschehen werdende
Nichtraucher) wurden suchtspezifisch beraten. Dabei wurden kognitive Übungen
zur Motivationsbildung durchgeführt und über begleitende Hilfsangebote
informiert. Insgesamt nahmen 32,0 % dieser Patienten daran teil.
An den therapeutischen
Gruppengesprächen zum Stressmanagement nahmen 84,9 % aller in der Einrichtung
behandelten Patienten teil. Bei durchschnittlich 2,5 Anwendungen kamen Aspekte
der Koronarpersönlichkeit, Schwierigkeiten bei der Problemerkennung,
Möglichkeiten konkreter Verhaltensänderungen via Selbstinstruktionen und
optimale Haltungs- und Einstellungsanpassungen zur Sprache. Dabei legten wir
auf die Diskussion der vorgestellten Lehrinhalte großen Wert und dies fand auch
eine rege Zustimmung und Beteiligung.
78,0 % aller bei uns behandelten Patienten wurden
ausführlich über die theoretischen Grundlagen der Entspannungstechnik
Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson unterrichtet mit dem Ziel, sie zur
Teilnahme an diesen Übungen zu motivieren. 92,4% der unterrichteten Patienten
absolvierten dann durchschnittlich 7,7 Übungseinheiten.
3.4.
Physiotherapie
Von den 420 in der Rehabilitation
befindlichen Patienten des Jahres 2001 erhielten 271 physiotherapeutische
Anwendungen, im Durchschnitt 3,8 Behandlungen.
Bei insgesamt 162 Patienten lag
ein herz- und thoraxchirurgischer Eingriff vor.
|
|
Anzahl
|
|
Koronare
Bypassoperation
|
135
|
|
Herzklappenerkrankung
mit Op.
|
16
|
|
Aortenaneurysma /
Dissektion
|
6
|
|
Angeborene
Fehlbildung des Herzens
|
3
|
|
Angeborene
Fehlbildung einer großen Arterie
|
1
|
|
Neubildungen /
Myxom
|
1
|
Die Behandlung dieser Patienten
beinhaltete:
-
Narbenbehandlung, Narbenpflege mit Anleitung zur selbständigen
Ausführung
-
Beratung, Aufklärung über das postoperative Verhalten nach
einer Sternotomie
-
Erhalt / Verbesserung der Thoraxbeweglichkeit, z. B. durch
periphere Atemantriebe, Atembrustkorbgymnastik
-
Atemtherapie zur Umstellung unphysiologischer Atemformen auf
die individuelle Norm, z. B. durch Vermittlung spezieller Atemtechniken
-
Tonusregulation hypertoner Muskulatur, vor allem der
Atemmuskulatur durch:
o Teilkörpermassage
o Bindegewebsmassage
o Atemmassage
-
entstauende Maßnahmen (Lymphdrainage) bei ödematösen
Extremitäten nach Venenentnahme
-
Maßnahmen für die Aufrichtung und Verbesserung der
Körperhaltung, z. B. Dehnungen, Mobilisation der Wirbelsäule, bes.
Halswirbelsäule, Schulung der Körperwahrnehmung
-
zur Förderung der allgemeinen Entspannungsfähigkeit
o Abhebeproben
o schnelle
Lagerung
o Reflexzonenbehandlung
3.5 Ernährungsberatung
Die große Bedeutung des
Risikofaktors Fettstoffwechselstörung für die Entstehung und den Verlauf der
KHK begründet, dass die Ernährungsberatung einen Schwerpunkt in der
kardiologischen Rehabilitation bildet.
Bei 86% der Patienten waren mit
Eintritt des akuten Koronarereignisses Fettstoffwechselparameter oberhalb der
Zielwerte für die Sekundärprävention bestimmt worden.
-
Gesamtcholesterin unter 180
-
LDL-Cholesterin unter 100
-
HDL-Cholesterin über 35
Die Ernährungsberatung wurde
überwiegend in Gruppen, teilweise in Einzelgesprächen durchgeführt. Jeder der
betroffenen Patienten nahm teil an
-
einem Seminar zu theoretischen Fragen einer cholesterinarmen
Kost,
-
einem Seminar mit spezieller Produktinformation zu
cholesterinarmen Nahrungsmitteln,
-
einem gemeinsamen Einkauf mit praktischer Unterweisung in der
Warenkunde im Supermarkt, speziell zur Relevanz bestimmter Werbeaufschriften,
-
einer Lehrküchenveranstaltung mit Schwerpunkt fettarme
Garmethoden.
22% der Patienten nahmen das Angebot wahr, die Partner in die
Beratungen und Lehrveranstaltungen einzubeziehen.
3.6 Sozialberatung
Wöchentlich
wurden allen neu aufgenommenen Patienten in einem Vortrag die Prinzipien der
sozialen Sicherungssysteme erläutert (Krankenversicherung, Rentenversicherung,
Amt für Soziales und Versorgung, Arbeitsverwaltung).
Darüber hinaus
wurden 373 Patienten 1- bis 3x zu Fragen des sozialen Umfeldes, des
Schwerbehindertenrechtes, der Zuzahlung, der Pflegeversicherung, der
Selbsthilfegruppen, der Familienpflege und der Betreuungsmöglichkeiten älterer
Menschen beraten.
|
Im Einzelnen erfolgten Beratungen bei:
|
|
|
|
|
|
|
|
|
44 Patienten zur Antragstellung auf Neufeststellung einer Schwerbehinderung
|
|
83 Patienten zur finanziellen Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit
|
|
40 Patienten zur Antragstellung auf Übergangsgeld
|
|
9 Patienten zu berufsfördernden Leistungen
|
|
8 Patienten zu Rentenfragen und weitergehenden Beratungsmöglichkeiten
|
|
11 Patienten in gemeinsamer Beratung mit Angehörigen
|
|
|
|
|
|
|
|
C.
Beschreibung der Ergebnisqualität
1. Medikation
Die von Krankenhäusern und Hausärzten eingeleitete
medikamentöse Therapie wurde in der Regel fortgesetzt und gegebenenfalls dem
aktuellen Zustand des Patienten angepasst. Moderne Therapietrends sind
weitgehend durchgesetzt.
Bei Entlassung aus der Rehabilitationsbehandlung
erhielten:
|
|
Prozent
2000
|
Prozent
2001
|
|
ACE-Hemmer
|
59,9
|
74,75
|
|
Beta Blocker
|
87,3
|
89,56
|
|
Aggregationshemmer
|
92,9
|
94,95
|
|
CSE-Hemmer
|
78,2
|
80,13
|
2. Erreichen der Rehabilitationsziele nach ärztlicher Einschätzung
2.1. Körperliche
Belastungstoleranz
Bewertet wurde das Ergebnis
des täglichen Ergometertrainings.
|
verbessert:
|
Ja
|
Nein
|
|
95,1%
|
4,9%
|
2.2. Beschwerden
Bewertet wurden Angina
pectoris und Luftnot nach CCS und NYHA-Kriterien.
|
beschwerdefrei:
|
Ja
|
Nein
|
|
94,2%
|
5,8%
|
2.3. Körpergewicht
22,2%
der Patienten waren nach BMI normgewichtig. Bei 77,8 % der Patienten bestanden ein Übergewicht oder eine
Adipositas.
|
Gewichtsreduktion
bei Übergewicht o. Adipositas
|
Ja
|
Nein
|
|
37,6%
|
62,4%
|
2.4.
Blutdruck
Von einem normotonen
Blutdruck gingen wir aus , wenn der täglich im Sitzen nach 10 Minuten Ruhe am
Oberarm gemessenen Blutdruck von
135/85mmHg und unter Dauerbelastung am Fahrradergometer über 20 Minuten ein
Blutdruck von 100 + Dauerbelastung in Watt nicht überschritten wurde.
|
Normotomie bei
Entlassung
|
Ja
|
Nein
|
|
95,5%
|
4,5%
|
2.5. Rauchen
Nach I A 11.2 waren ca. 40%
der Patienten Nichtraucher. 252 Patienten (ca. 60%) hatten bis zum Eintritt der
Erkrankung in unterschiedlicher Intensität geraucht. Davon hatten am Ende der
Rehabilitation 75% das Rauchen aufgegeben.
|
Rauchen
aufgegeben
|
Ja
|
Nein
|
|
75%
|
25%
|
2.6. Diabetes mellitus
Bei 22% der Patienten lag
ein Diabetes mellitus vor.
Von einer normoglykämischen
Stoffwechsellage gingen wir aus, wenn der postprandiale Blutzucker 120 mg% und
oder der HBA1- Wert 6% nicht überstieg.
|
Normoglykämie bei
Entlassung
|
Ja
|
Nein
|
|
62,2%
|
37,8%
|
2.7. Fettstoffwechsel
Folgende Cholesterin-Zielwerte
wurde zugrunde gelegt:
-
Primärprävention: a) ohne
zusätzlichem Risikofaktor
-
Gesamtcholesterin bis
230 mg%
- LDL-Cholesterin bis 160 mg%
b) mit
zusätzlichem Risikofaktor
- Gesamtcholesterin bis 200 mg%
- LDL-Cholesterin
bis 130 mg%
-Sekundärprävention: - Gesamtcholesterin unter 180 mg%
- LDL-Cholesterin
unter 100 mg%
- HDL-Cholesterin
über 35 mg%
|
Zielwerte erreicht
|
Ja
|
Nein
|
|
84,5%
|
15,5%
|
2.8. Entspannungstechnik
Alle Patienten wurden in
einem Einführungsvortrag mit den Grundlagen des Entspannungsverfahren
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson vertraut gemacht und hatten danach
die Möglichkeit an bis zu 10 Übungseinheiten teilzunehmen.
geschult
|
Ja
|
Nein
|
|
94,8%
|
5,2%
|
2.9. Psychische Störungen
Berücksichtigt wurden psychische
Störungen, die reaktiv in der Folge der Manifestation der Herzkrankheit (
Anpassungsstörungen) aufgetreten sind, vorbestehende psychische Störungen, die
rehabilitationsrelevant waren und Patienten mit einer akzentuierten
Persönlichkeitsstruktur.
Wir schätzen ein, dass bei 25% der Patienten keinerlei
psychische Störungen vorlagen.
75% aller Patienten hatten psychische Störungen unterschiedlicher
Ausprägung.
Bei 140 Patienten
lagen Anpassungsstörungen vor. Diese
Störungen besserten sich im Laufe des Rehabilitationsprozesses zum
überwiegenden Teil. Zugrunde gelegt wurden ärztliche und psychologische Einschätzungen .
Gebessert
|
Ja
|
Nein
|
|
84,5%
|
15,5%
|
2.10. Aufklärung des Patienten
zur Erkrankung
Vorhanden sein mussten ein ausreichender sprachlicher
Zugang und die Einschätzung des Reha-Teams, dass der Patient imstande ist,
Wissen aufzunehmen. Wenn der Patient an allen Vorträgen, Seminaren und Visiten
teilgenommen hatte und das Abschlussgespräch ohne ungeklärte Fragen beendet werden konnte, wurde davon ausgegangen,
dass der Patient zu den Problemen seiner Erkrankung ausreichend aufgeklärt ist.
ausreichend
aufgeklärt
|
Ja
|
Nein
|
|
96,3%
|
3,7%
|
2.11. Motivation zur Teilnahme
an einer ambulanten Herzgruppe
Allen Patienten wurden
unmittelbar vor Entlassung die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Teilnahme
an einer ambulanten Herzgruppe in einem Gruppengespräch erläutert. Die
Patienten erhielten eine Adressliste aller Berliner Herzgruppen. Sie wurden im
ärztlichen Abschlussgespräch zu ihrer Motivation befragt. Die
Antragsformalitäten wurden erledigt.
Motivation
|
Ja
|
Nein
|
|
53,1%
|
46,9%
|
3. Sozialmedizinische Beurteilung
Der Schwerpunkt der sozialmedizinischen
Beurteilung lag in der Einschätzung der Leistungsfähigkeit im Berufs- und
Erwerbsleben. 155 Patienten (37 %) aller von uns behandelten Patienten mussten
sozialmedizinisch beurteilt werden.
Die Bewertung der Ergebnisse
zeigt, dass nur bei 6,4% aller zu beurteilenden Patienten ein aufgehobenes
Leistungsvermögen im Berufs- und Erwerbsleben bestand. Fast 94 % der
beurteilten Patienten können beruflich
reintegriert werden.
|
Sozialmedizinische Beurteilung,
wenn Kostenträger GRV
|
|
Leistungsfähigkeit für letzte
Tätigkeit
|
Leistungsfähigkeit für andere Tätigkeit
|
|
|
Prozent 2000
|
Prozent
2001
|
|
Prozent 2000
|
Prozent
2001
|
|
6 Std. und mehr
|
76,3
|
81,8
|
6 Std. und mehr
|
95,7
|
93,6
|
|
3 bis unter 6 Std.
|
0
|
0
|
3 bis unter 6 Std.
|
0
|
0
|
|
Unter 3 Std.
|
23,7
|
18,2
|
unter 3 Std.
|
4,3
|
6,4
|
4. Patientenzufriedenheit
Die Patienten erhielten vor
Entlassung einen Fragebogen, der ihre Bewertung der verschiedenen Bereiche und
die Ergebnisse der Behandlung abfragt. Sie konnten diesen anonym beantworten.
Die Patientenbefragung ergibt ein differenziertes Bild zur Einschätzung der
Arbeit und der Betreuungsbereiche. Sie dient der internen Qualitätssicherung.
Die Ergebnisse werden monatlich bewertet.
4.1 Zufriedenheit mit dem einzelnen Diensten
|
Waren Sie mit den
einzelnen Diensten zufrieden?
|
Trifft voll zu
|
Trifft eher zu
|
Trifft nicht zu
|
|
Durchschnittsbewertung aus folgenden Bereichen:
- Ärztliche Betreuung
- Psychologische Betreuung
- Medizinische Assistenz
- Sport- und
Bewegungstherapie
- Physiotherapie
- Ernährungsberatung
- Sozialberatung
- Rezeption
|
81%
|
16%
|
3%
|
4.2 Beschwerdebesserung
|
Waren zu Beginn der
Reha körperliche Beschwerden vorhanden?
|
Ja
76%
|
Nein
24%
|
|
|
Wenn ja, haben sie
sich während der Reha verbessert?
|
Ja, sehr:
28%
|
Ja:
66%
|
Nein:
6%
|
4.3 Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit
|
Waren zu Beginn der
Reha Einschränkungen der allgem. Leistungsfähigkeit vorhanden?
|
Ja
81%
|
Nein
19%
|
|
|
Wenn ja, haben sie
sich während der Reha verbessert?
|
Ja, sehr:
12%
|
Ja:
65%
|
Nein:
23%
|
4.4 Psychische Stabilisierung
|
Waren zu Beginn der
Reha psychische Beschwerden vorhanden?
|
Ja
33%
|
Nein
67%
|
|
|
Wenn ja, haben sie
sich während der Reha verbessert?
|
Ja, sehr:
37%
|
Ja:
45%
|
Nein
18%
|
4.5 Allgemeines Erscheinungsbild
|
Wie fanden Sie das
allgemeine Erscheinungsbild der Einrichtung?
|
sehr angenehm: 44%
|
angenehm: 53%
|
weniger angenehm:
3%
|
4.6 Weg zum Herzhaus
|
War der Weg zum Herzhaus belastend?
|
Ja:
16%
|
Nein:
84%
|
4.7 Erneute ambulante Rehabilitation
Im
Aufnahmegespräch mit den Patienten konnten wir den Eindruck gewinnen, dass ein Drittel
der Patienten Bedenken vor der ambulanten Form der kardiologischen
Rehabilitation hatte. Das Problem wurde im Patientenfragebogen nicht
aufgenommen, um eine Chronifizierung der vorgefassten Meinung zu vermeiden. Die
Befragung erfolgte am Ende der Rehabilitationsmaßnahme mit folgendem Inhalt:
|
Würden Sie erneut
eine ambulante Rehabilitation in Anspruch nehmen?
|
Ja :
89%
|
Nein :
11%
|
4.8 Herzhaus weiterempfehlen
|
Würden Sie das
Herzhaus weiterempfehlen?
|
Ja:
98%
|
Nein:
2%
|
4.9 Gesamtbeurteilung
|
Wie beurteilen Sie die Einrichtung insgesamt?
|
Sehr gut: 33%
|
Gut:
49%
|
Befriedigend:
15%
|
Mangelhaft:
3%
|
II. Wissenschaftliche Arbeit
Ambulante oder stationäre kardiologische Rehabilitation?
Versuch einer Zuordnung der Patienten nach rationalen
Gesichtspunkten
B. Lorenz, E. Lubnau, J.
Sorgenfrei, W. Konertz*
Herzhaus, Zentrum für
ambulante/teilstationäre kardiologische Rehabilitation, Berlin (Ltd. Arzt: Dr.
B. Lorenz), Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité Berlin* (Dir.
Prof. Dr. W. Konertz)
Einleitung:
Nachdem seit Anfang der 90-er Jahre über die Möglichkeit,
eine kardiologische Rehabilitation auch ambulant durchzuführen, diskutiert
wurde, wird diese Form in zunehmendem Maße mit unterschiedlicher Akzeptanz
angeboten.
Aus diesem Grund führten wir eine
Untersuchung durch, deren Ziel es war, zu ermitteln, für welche Form der
kardiologischen Rehabilitation, ambulant oder stationär, kardiochirurgisch
versorgte Patienten geeignet sind. Dazu wurden die Krankenunterlagen der Klinik
für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité im Zeitraum Oktober 2000 - Mai 2001
von 562 Patienten, davon 392 Männer und 164 Frauen ausgewertet.
Das
Lebensalter entsprach der für kardiochirurgische Patienten zur Zeit bestehenden
Häufigkeitsverteilung mit dem Gipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, wie
es im Herzbericht 2000 niedergelegt ist.
Das
Lebensalter der untersuchten Patientengruppe differenziert sich wie folgt:
Alter
|
Anzahl
|
|
18-24
|
1
|
|
25-30
|
0
|
|
31-35
|
0
|
|
36-40
|
5
|
|
41-45
|
14
|
|
46-50
|
28
|
|
51-55
|
37
|
|
56-60
|
84
|
|
61-65
|
115
|
|
66-70
|
99
|
|
71-75
|
108
|
|
76-80
|
48
|
|
81-90
|
14
|
|
91-100
|
0
|

Unsere Arbeit belegt die aus dem
Herzbericht 2000 bekannte Tatsache, des Häufigkeitsgipfels kardiochirurgisch
versorgter Patienten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.
Methodik:
Es wurde ein Score entwickelt,
der die unten folgenden Items beinhaltet. Die Items wurden entsprechend ihrer
Relevanz für die kardiologische Rehabilitation mit Punktwerten belegt.
Die abschließende Summe dieser
Punktwerte sollte die Differenzierung der Eignung für ambulante oder stationäre
Rehabilitation ermöglichen.
-
Wohnort
-
Die Postleitzahl war das Maß für die Entfernung zum ambulanten
Rehabilitationszentrum. Entfernungen über 40 km oder Fahrzeiten über 50 min.
führten zum Ausschluss der ambulanten Rehabilitation.
-
Präoperative Diagnose, gegliedert in:
- koronare
Herzkrankheit
- Herzklappenerkrankung
-
andere Herzerkrankungen
-
Präoperative Befunde:
- NYHA/CCS-Klassifikation
- EF
- Herzgröße
- Herzrhythmus
-
Postoperative Befunde:
- Wundheilung
- Herzrhythmus
- Postkardiotomiesyndrom
- Low output
-
Situation der häuslichen Versorgung
-
Psychische Beeinträchtigungen
Die Erkrankungen, Befunde,
Situationen und Beeinträchtigungen wurden entsprechend ihres Ausprägungsgrades
gewichtet und mit Punkten belegt.
Items/Punktwerte:
|
|
|
|
Punkte
|
|
Wohnort
|
|
|
Postleitzahl unter 10000 über 15000
|
60
|
|
|
|
Präoperative
Diagnosen
|
|
|
|
|
KHK 1
|
1
|
|
|
|
KHK 2
|
2
|
|
|
|
KHK 3
|
3
|
|
|
|
mit HAST
|
4
|
|
|
|
Mitralvitien
|
50
|
|
|
|
Aortenvitien
|
25
|
|
|
|
kombinierte Vitien
|
50
|
|
|
|
Andere Herzerkrankungen
|
25
|
|
|
|
Präoperative
Befunde
|
|
|
|
|
NYHA I
|
1
|
|
|
|
NYHA II
|
5
|
|
|
|
NYHA II-III
|
10
|
|
|
|
NYHA III
|
15
|
|
|
|
NYHA IV
|
30
|
|
|
|
EF unter 35%
|
15
|
|
|
|
EF über 35%
|
1
|
|
|
|
Herzgröße/LVEDD
vergrößert
|
15
|
|
|
|
Herzgröße normal
|
1
|
|
|
|
SR
|
1
|
|
|
|
VHF
|
5
|
|
|
|
Postoperative
Befunde
|
|
|
|
|
Wundheilung abgeschlossen
|
1
|
|
|
|
Wundheilung nicht
abgeschlossen
|
5
|
|
|
|
SR
|
1
|
|
|
|
VHF
|
5
|
|
|
|
Perikard-/Pleuraerguss:
ja
|
20
|
|
|
|
Perikard-/Pleuraerguss:
nein
|
1
|
|
|
|
Low output: ja
|
60
|
|
|
|
Low output: nein
|
1
|
|
|
|
keine Probleme in
der häuslichen Versorgung
|
1
|
|
|
|
Lösbare Probleme
in der häuslichen Versorgung
|
5
|
|
|
|
unlösbare Probleme
in der häuslichen Versorgung
|
60
|
|
|
|
keine psych.
Probleme
|
1
|
|
|
|
psych. Probleme
mit Rückbildung
|
5
|
|
|
|
Schwere
weiterbestehende psychische Probleme
|
60
|
Der Punktwert von 70 und darüber
bedingt ausschließlich Zuordnung zur stationären kardiologischen
Rehabilitation. Der Punktwert von 69 und darunter ermöglicht die Zuordnung zur
ambulanten kardiologischen Rehabilitation.
Material:
Wohnort, Postleitzahlen:
73 Patienten waren aufgrund ihres
Wohnortes in einem Flächenland mit Fahrwegen von über 40 Minuten in eine
ambulante Rehabilitationseinrichtung für diese Form nicht geeignet.
Präoperative Diagnose:
Bei 393 Patienten bestand eine
alleinige koronare Herzkrankheit, bei 64 Patienten eine koronare Herzkrankheit
und eine Herzklappenerkrankung. Die koronare Herzkrankheit differenziert sich
wie folgt:
|
KHK-1
|
53
|
11,4%
|
|
KHK-2
|
151
|
32,6%
|
|
KHK-3
|
259
|
56,0%
|
|
Zusätzliche Hauptstammstenose
|
22
|
4,7%
|
|
Gesamtpatienten mit KHK
|
463 (von 562)
|
82,4%
|
Bei 169 Patienten bestand eine
Herzklappenerkrankung.
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Mitralvitium
|
52
|
29,7%
|
|
Aortenvitium
|
99
|
56,6%
|
|
Kombinierte Vitien
|
18
|
10,3%
|
|
Gesamt
|
169 (von 562)
|
30,1%
|
Bei 6 Patienten erfolgte die
kardiochirurgische Versorgung aus anderen Indikationen, z. B. Vorhofmyxom, ASD,
etc.
Präoperative Befunde:
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
NYHA I / CSS I
|
8
|
1,5%
|
|
NYHA II / CSS II
|
171
|
30,5%
|
|
NYHA II-III / CSS II-III
|
114
|
20,4%
|
|
NYHA III / CSS III
|
213
|
37,9%
|
|
NYHA IV / CSS IV
|
56
|
9,7%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
EF unter 35%
|
43
|
7,7%
|
|
EF über 35%
|
519
|
92,3%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Herzgröße vergrößert
|
130
|
23,2%
|
|
Herzgröße normal
|
432
|
76,8%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Präoperativ Sinusrhythmus
|
501
|
89,2%
|
|
Präoperativ VHF
|
61
|
10,8%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
Postoperative
Befunde:
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Wundheilung abgeschlossen
|
554
|
98,6%
|
|
Wundheilung nicht abgeschlossen
|
8
|
1,4%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Postoperativ Sinusrhythmus
|
493
|
87,8%
|
|
Postoperativ VHF
|
69
|
12,2%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
|
Post OP Perikard/Pleuraerguß ja:
|
33
|
5,9%
|
|
Post OP Perikard/Pleuraerguß nein:
|
529
|
94,1%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
|
Patienten mit Low output
|
17
|
3%
|
|
Patienten ohne Low output
|
545
|
97%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
Situation der
häuslichen Versorgung:
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Keine sozialen Probleme
|
560
|
99,6%
|
|
Lösbare soziale Probleme
|
1
|
0,2%
|
|
Unlösbare soziale Probleme
|
1
|
0,2%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
Psychische Beeinträchtigungen:
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Keine psychischen Probleme
|
498
|
88,6%
|
|
Psychische Probleme mit
Rückbildung
|
60
|
10,7%
|
|
Schwere psychische Probleme
|
4
|
0,7%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
Ergebnis:
Entlassungsform
aus der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Verlegung in ein
Versorgungskrankenhaus
|
530
|
94,3%
|
|
Entlassung in die Häuslichkeit
|
32
|
5,7%
|
Aufgliederung der Patienten nach der Summe ihrer Punktwerte:
|
Punkteverteilung
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
10-20
|
112
|
19,9%
|
|
21-30
|
140
|
24,9%
|
|
31-40
|
45
|
8,0%
|
|
41-50
|
69
|
12,3%
|
|
51-60
|
21
|
3,7%
|
|
61-69
|
17
|
3,0%
|
|
70-80
|
35
|
6,2%
|
|
über 80
|
123
|
22,0%
|
Differenzierung der Eignung für ambulante
oder stationäre Rehabilitation:
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Eignung für die ambulante Rehabilitation
|
404
|
71,8%
|
|
Eignung zur stationären
Rehabilitation
|
158
|
28,2%
|
|
Gesamt
|
562
|
100%
|
Durchgeführte Form der kardiologischen Rehabilitation in der
untersuchten Patientengruppe:
|
|
Anzahl
|
Prozent
|
|
Stationäre Rehabilitation
|
365
|
65%
|
|
Ambulante Rehabilitation
|
113
|
20%
|
|
Keine Rehabilitation
|
84
|
15%
|
Diskussion und Schlussfolgerung:
Die Untersuchung zeigt, dass bei Zugrundelegung
objektiver Faktoren der überwiegende Teil der Patienten die Rehabilitation
ambulant durchführen könnte. Die Auswertung belegt, dass die Rehabilitation
aber überwiegend stationär erfolgt.
Insofern liegt
der Schluss nahe, dass bei der Entscheidung über die Form der kardiologischen
Rehabilitation stationär oder ambulant -
andere Faktoren, z. B. die Wünsche und Vorstellungen des Patienten, eine
wesentliche Rolle spielen. Es scheint, als sei der Patient mit der Möglichkeit
der ambulanten Durchführung einer Rehabilitation zuwenig vertraut.
94,3% der kardiochirurgisch
versorgten Patienten werden postoperativ in Versorgungskrankenhäuser der Stadt
Berlin verlegt. Entscheidungen über die Form der Rehabilitation werden dort
getroffen.
Es wäre deshalb notwendig, dass stationäre Einrichtungen, niedergelassene
Ärzte und Kostenträger die ihnen gebotenen Möglichkeiten zur Aufklärung der
Patienten in diesem Sinne nutzen.
Zusammenfassung:
Ziel der Untersuchung war es, zu
ermitteln, für welche Form der kardiologischen Rehabilitation, ambulant oder
stationär, kardiochirurgisch versorgte Patienten geeignet sind. Dazu wurden die
Krankenunterlagen von 562 Patienten der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie
der Charité über einen definierten Zeitraum ausgewertet.
Es wurde ein Score
entwickelt, der für die Entscheidung wichtige medizinische, soziale und
psychische Fakten zu Items zusammenfasst, die entsprechend ihrer Relevanz für
die kardiologische Rehabilitation mit Punktwerten belegt wurden. Die
abschließende Summe dieser Punktwerte sollte die Differenzierung der Eignung
für ambulante oder stationäre Rehabilitation ermöglichen.
Differenzierung
der Eignung für ambulante oder stationäre Rehabilitation
|
Eignung für
die amb. Reha
|
404
Patienten
|
71,8%
|
|
Eignung zur
stat. Reha
|
158
Patienten
|
28,2%
|
Durchgeführte
Form der kardiologischen Rehabilitation
|
stat. Reha
|
365
Patienten
|
65%
|
|
amb. Reha
|
113
Patienten
|
20%
|
|
keine Reha
|
84
Patienten
|
15%
|
Die Untersuchung
zeigt, dass bei Zugrundelegung objektiver Faktoren der überwiegende Teil der
kardiochirurgisch versorgten Patienten die Rehabilitation ambulant durchführen
könnte. Die Auswertung belegt, dass diese Patienten aber überwiegend stationär
rehabilitiert werden. Wünsche und Vorstellungen des Patienten scheinen bei der
Auswahl der Rehabilitationsform wesentlich zu sein. Es wäre notwendig, dass
stationäre Einrichtungen, niedergelassene Ärzte und Kostenträger die ihnen
gebotenen Mittel und Möglichkeiten zur Aufklärung der Patienten nutzen.
Wir danken Frau K. Bergmann und Frau S. Wodke
für die statistischen Berechnungen und Textverarbeitungen.
Literatur beim Verfasser.
III.
Zusammenfassung und Ausblick
Seit über 20 Jahren werden herzkranke Patienten in der
Rehabilitationsphase II umfassend in Rehabilitationseinrichtungen betreut.
Die gesammelten und publizierten
Erfahrungen und Rehabilitationsprogramme haben bewiesen, dass die Konzentration
herzkranker Patienten in kardiologischen Rehabilitationseinrichtungen ein
effektives und für die Solidargemeinschaft kostengünstiges Verfahren ist.
Trotzdem sind kritische und
konstruktive Auseinandersetzungen mit dem Verfahren und seinen Inhalten
notwendig. Die ambulante/teilstationäre kardiologische Rehabilitation hat sich
in den letzten Jahren fest etabliert, insbesondere auch deshalb, weil sie eine
wohnortnahe Betreuung der Patienten unter Einbeziehung ihrer Angehörigen
ermöglicht. Die VDR-Studie, die Untersuchungen der Klinik Wetterau in Bad
Nauheim, das Rheinische Modell und die TEIKÖ-Studie belegen an großen
Patientenzahlen, dass ambulante Rehabilitation in ihrem bio-psychosozialen
Ergebnis effektiv und wirtschaftlich effizient ist.
Der vielleicht wichtigste Vorzug
im Vergleich zur stationären Rehabilitation ist die Tatsache, dass der Patient
morgens kommt und am Nachmittag wieder nach Hause gehen kann, das bedeutet,
dass er in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann und trotzdem optimal
rehabilitativ versorgt wird. Sich in der eigenen Wohnung zu bewegen, im eigenen
Bett zu schlafen, die bekannten sanitären Einrichtungen zu benutzen und mit
Freunden und Nachbarn ohne Unterbrechung in Kontakt bleiben zu können das
sind für viele Rehapatienten ganz wichtige Kriterien, und nicht umsonst gewinnt
die ambulante Rehabilitation zunehmend an Beliebtheit und Bedeutung, darin auch
unterstützt von Krankenkassen, Rentenversicherung und anderen
Versicherungsträgern.
Wer möchte, kann als Patient des
ambulanten Rehazentrums herzhaus Berlin auch Angehörige mitbringen, so zum
gemeinsamen Einkauf einer Patientengruppe im Supermarkt, bei der anschließenden
Zubereitung der Mahlzeiten in der Lehrküche des Zentrums, bei den
Raucher-Entwöhnungskursen, bei Sporttherapie und Gymnastik und auch bei den
Aufnahme- und Abschlussuntersuchungen. Da das ambulante Rehabilitationszentrum
sich nahe am Wohnort des Patienten befindet, ist es für die Angehörigen möglich
und angenehm, sich darüber zu informieren, wie der Patient später zu Hause
leben, arbeiten und sich bewegen sollte.
Die Nähe des Wohnortes ist auch
deshalb für manchen Patienten von Vorteil, weil er sich dann um alle eigenen
privaten Dinge noch selbst kümmern kann. Das schätzen besonders die vielen
Selbständigen, die Handwerker, Geschäftsinhaber und Freiberufler.
Aus anderen Kulturkreisen
kommende ausländische Mitbürger werden als Patient in einer großen Rehaklinik
weniger leicht Kontakt finden, sie schätzen die Möglichkeit der ambulanten
Rehabilitation besonders hoch ein. Jedenfalls gehören sie hier zu einer Gruppe
wie jeder andere und fühlen sich nicht alleingelassen. Ihnen ist es ganz
besonders wichtig, jeden Tag in ihrer häuslichen Umgebung sein zu können, ihr
Leben also so zu leben, wie sie es aus ihrer Heimat gewohnt sind.
Für viele Patienten, die in
unserer Einrichtung rehabilitiert wurden, war es eine besondere Erleichterung,
dass sie im Anschluss daran die ambulante Herzgruppe in unserem Zentrum
besuchen konnten. Dies wurde ermöglicht durch die enge Kooperation mit
MEDI-Sport e.V. So ließen sich Formalitäten vereinfachen, dem Patienten waren
die betreuenden Mitarbeiter der Herzgruppe bereits bekannt.
Unsere Arbeiten belegen, dass bei
jedem zweiten Rehabilitanten aktuelle psychische Beeinträchtigungen und
Störungen nach ICD-10 vorliegen, die Krankheitswert besitzen. Die Ergebnisse
sind im Hinblick auf die Frage einerseits der Rehabilitationsbedürftigkeit von
Patienten mit kardiologischen Erkrankungen und andererseits der vorzuhaltenden
psychosozialen Angebote in der medizinischen Rehabilitation von Bedeutung.
Rehabilitationsbedürftigkeit besteht prinzipiell, wenn eine manifeste
kardiologische Erkrankung diagnostisch abgesichert ist und sie zu einer
Funktionseinschränkung des Patienten geführt hat. Rehabilitationsbedürftigkeit
kann auch dann angenommen werden, wenn aufgrund eines komplexen Risikoprofils
in absehbarer Zeit eine Funktionseinschränkung bzw. Gefährdung der
Erwerbsfähigkeit zu erwarten ist oder wenn komorbide psychische
Beeinträchtigungen die Leistungsfähigkeit bereits eingeschränkt haben. Die
Diagnostik psychischer, insbesondere depressiver Störungen aber auch von
Suchterkrankungen, ist für den weiteren Verlauf der KHK von zentraler
Bedeutung. Der Einsatz von Screening-Verfahren zur Erfassung psychischer
Belastungen ist notwendig.
Ab 2002 registrieren wir solche
Diagnosen, die psychische Störungen im Sinne des ICD-10 abbilden, um in
späteren Berichten darüber profunde Aussagen treffen zu können. Wünschenswert
wären weitere Studien zu diesem Komplex, um die Bedeutung der psychischen
Störungen als eigenständige Risikofaktoren bei der Entstehung koronarer
Gefäßerkrankungen deutlicher würdigen und diesen in der Rehabilitation den
ihnen entsprechenden deutlich höheren Stellenwert beimessen zu können.
Wir werden auch in Zukunft der weiteren
Selektion von Herzpatienten nach dem Schweregrad ihrer Erkrankung, ebenso wie
nach psychosozialen Kriterien, für die Auswahl der geeigneten
Rehabilitationsform große Aufmerksamkeit schenken. Dazu werden wir die
Zusammenarbeit mit Akutkrankenhäusern und Kostenträgern weiter intensivieren.
In unsere tägliche Arbeit werden
wir die Ergebnisse der Qualitätskontrolle ständig einbeziehen und den
Rehabilitationsprozess entsprechend verändern, verbessern und anpassen.
Ansprechpartner
im Herzhaus
|
Name, Funktion
|
Telefon
|
|
Janine Golas,
Rezeption/Information
|
030-259496-0
|
|
Reiner Korb,
Verwaltungsleiter
|
030-25949613
|
|
Dr. Bernd Lorenz,
Ärztlicher Leiter
|
030-25949615
|
|
Sabine Wodke,
Dipl.-Sozialarbeiterin
|
030-25949625
|
|
Karin Bergmann, Med.
Assistentin
|
030-25949616
|
Literatur bei den Verfassern