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Jahresbericht 2001

 

Zentrum für ambulante kardiologische Rehabilitation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Berlin, im Mai 2002

 

 

 

herzhaus

Zentrum für ambulante kardiologische Rehabilitation Berlin
Axel – Springer – Straße GmbH

 

Axel-Springer Str. 42

 

10969 Berlin

 

 

 

Telefon: (030) 259496-0

 

Telefax: (030) 259496-66

 

e-mail:   reha@herzhausberlin.de

 

www.herzhausberlin.de

 

 

 

 

Geschäftsführer:                                         Bernd Kahnert

 

Ärztlicher Leiter:                                         Dr. med. Bernd Lorenz

 

Vors. wiss. Beirat:                                      Anton J. Rouwen

 


Inhaltsverzeichnis

 

 

Vorwort

 

I. Ergebnisse statistischer Auswertung und Basisdokumentation

 

A  Strukturqualität

 

1.      Anzahl der Patienten

2.      Geschlecht

3.      Alter

4.      Letzter beruflicher Status

5.      Kostenträger

6.      Art des Verfahrens

7.      Fahrt zur Rehabilitation

8.      Schwerbehinderung

9.      Partnersituation

10.  Hauptbehandlungsdiagnosen

11.  Risikoprofil

11.1 Fettstoffwechselstörung

11.2 Nikotin

11.3 Hypertonie

11.4 Diabetes mellitus

11.5 Alkohol

11.6 Genetische Disposition

11.7 Bewegungsmangel

11.8 psychosoziale Faktoren

 12.  Liste der zuweisenden Krankenhäuser bei AHB/AR

 

 

 

B  Prozessqualität

 

1.      Verweildauer

2.      Rehabilitationsdiagnostische Maßnahmen

2.1 kardiologisch

2.2 psychologisch

3.      Rehabilitationstherapeutische Maßnahmen

3.1   Sport- und Bewegungstherapie

3.1.1 EKG- und blutdrucküberwachtes Ergometertraining mit Monitoring

3.1.2 Bewegungstherapie in Gruppen

3.1.3 Koordinationstraining

3.1.4 Atemgymnastik

3.1.5 Rückenschule

3.1.6 Vortrag Sport- und Bewegungstherapie

3.2   Teilnahme an Vorträgen - Gesundheitsbildungsprogramm

3.3   Psychologische Interventionen

3.4   Physiotherapie

3.5   Ernährungsberatung

3.6   Sozialberatung

C  Ergebnisqualität

 

1.      Medikation

2.      Erreichen der Rehabilitationsziele

3.      Sozialmedizinische Beurteilung

4.      Patientenzufriedenheit

 

 

II. Wissenschaftliche Arbeit

 

III. Zusammenfassung und Ausblick

 

Ansprechpartner im Herzhaus

 

Literaturverzeichnis


 

Vorwort:

 

 

 

Mit der Einführung des neuen SGB IX hat die ambulante Rehabilitation einen neuen Stellenwert in der Betreuung von Patienten in Deutschland erhalten. In ihm wird der Grundsatz „ambulante Rehabilitation vor stationäre Rehabilitation“ festgeschrieben. Insofern war die Eröffnung des Zentrum für ambulante kardiologische Rehabilitation – herzhaus – im Jahr 2000 und seine Entwicklung 2001 ein richtungsweisender Schritt.

 

In dem Jahresbericht 2001 möchten wir Ihnen die weitere positive Entwicklung des herzhauses darstellen. 420 Patienten haben die Möglichkeit ambulanter, wohnortnaher, kardiologischer Rehabilitation in Anspruch genommen.

 

Bei der Gegenüberstellung der erfassten Daten der Jahre 2000 und 2001 können Sie erkennen, dass die unternommenen Anstrengungen in der Prozessqualität sich in der Ergebnisqualität widerspiegeln. Großen Wert legten wir darauf, dass sich unsere Patienten im Rehazentrum wohlfühlten. Dazu haben wir die Aufenthaltsbereiche und den Speisesaal großzügig modernisiert. Eine große Resonanz fand bei den Patienten der hauseigene Fahrdienst. Er wurde hauptsächlich von den Patienten in Anspruch genommen, die öffentliche Verkehrsmittel noch nicht benutzen konnten.

 

Im 2. Teil des Jahresberichtes finden Sie die Ergebnisse unserer gemeinsamen Studie mit der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité Berlin (Dir. Prof. Dr. W. Konertz) mit dem Titel

 

„Ambulante oder stationäre kardiologische Rehabilitation?“

Versuch einer Zuordnung der Patienten nach rationalen Gesichtspunkten

 

 

Wir hoffen, den Belegern und Zuweisern mit dem Jahresbericht 2001 und der Studie Nachweise über unsere Bemühungen zur Qualitätssicherung zu geben.

 

 

 

 

Reiner Korb

Verwaltungsleiter

 

 


I. Ergebnisse statistischer Auswertung und Basisdokumentation

A. Beschreibung der Strukturqualität

 

 

1. Anzahl der Patienten

Das Zentrum für ambulante kardiologische Rehabilitation wurde am 15.02.00 eröffnet. Im Jahr 2000 behandelten wir 197 Patienten, im Jahr 2001 waren es 420 Patienten.

 

 

2. Geschlecht

Von den 420 behandelten Patienten waren 72,7% Männer, 27,3%  Frauen.

Die Geschlechtsverteilung der Patienten in unserer Einrichtung entsprach der aus epidemiologischen Studien bekannten besonderen Häufung der KHK bei Männern.

 

 


2001

n

%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mann

305

72,7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau

115

27,3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Alter

Im Jahr 2001 hatte die Hälfte der Patienten das 60. Lebensjahr überschritten. Das Durchschnittsalter der Patienten ist im Vergleich zu 2000 um 3 Jahre,  auf 59 Jahre gestiegen.

Es zeigt sich, dass die kardiologische  Rehabilitation  bei älteren Patienten zunehmend ambulant durchgeführt wird.

                                  

 

2000

 

2001

 

Altersklassen

n

%

n

%

18-24

3

1,52

2

0,34

25-30

1

0,51

4

1,01

31-35

6

3,05

8

2,02

36-40

8

4,06

16

3,7

41-45

14

7,11

18

4,38

46-50

28

14,2

51

12,1

51-55

26

13,2

40

9,43

56-60

42

21,3

76

18,2

61-65

31

15,7

86

20,5

66-70

23

11,7

54

12,8

71-75

12

6,09

45

10,8

76-80

2

1,02

18

4,38

81-90

1

0,51

2

0,34

 

 

 

4. Letzter berufl. Status

225 Patienten bezogen bei Aufnahme eine Rente. 195 Patienten befanden sich in einem erwerbsfähigen Status. Davon waren 127 Patienten beruflich tätig (65,2%), 66 Patienten waren arbeitslos oder bezogen Sozialhilfe (34,1%), 1 Patient befand sich im Vorruhestand (0,72%).

Im Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres muss festgestellt werden, dass der prozentuale Anteil der Rentner bei unseren Patienten deutlich gestiegen ist, von  40,6 % im Jahre 2000 auf 53,5 im Jahre 2001. Reziprok dazu verhält sich der Anteil der im Erwerbsleben stehenden Patienten.

Eine Veränderung im Vergleich mit dem Jahre 2000 gab es auch beim beruflichen Status. Während im Jahre 2000 lediglich 15,4 % der erwerbsfähigen Patienten arbeitslos waren bzw. Sozialhilfe bezogen, stieg im Jahre 2001 der Anteil dieser Personengruppe auf 34,1%.

 

5. Kostenträger:

Auch bei den Kostenträgern gab es eine Veränderung im Vergleich mit dem Vorjahr. Die gesetzliche Rentenversicherungen waren nur noch in ca. 40 % der Fälle Träger der Rehabilitationsmaßnahme im Vergleich mit ca. 50 % im Jahre 2000.

Diese Entwicklung ergibt sich aus der veränderten Altersstruktur der Patienten, die dazu führte, dass die gesetzlichen Krankenkassen zunehmend Kostenträger der kardiologischen Rehabilitation geworden sind.

 

Kostenträger

Anzahl 2000

Prozent 2000

Anzahl 2001

Prozent 2001

Gesetzliche Rentenversicherungen:

 

 

 

 

BfA

55

27,9

100

23,9

LVA Berlin

40

20,3

62

14,8

LVA Brandenburg

 

 

4

0,9

BVA

1

0,51

4

0,9

Gesetzliche Krankenversicherungen

 

 

 

 

AOK Berlin

78

39,6

171

40,8

AOK Brandenburg

 

 

3

0,8

IKK

1

0,51

3

0,8

BEK

2

1,02

7

1,8

KKH

3

1,52

1

0,2

DAK

1

0,51

5

1,3

BKK

3

1,52

21

5,1

HEK

1

0,51

1

0,2

GEK

 

 

2

0,6

PBK

 

 

2

0,6

Sonstige

 

 

 

 

Sozialamt

4

2,03

14

3,4

PKV

8

4,06

16

3,9

6. Art des Verfahrens:

Im Jahr 2001 wurden uns im Rahmen eines AHB/AR-Verfahrens 87,2% der Patienten zugewiesen, im Rahmen eines allgemeinen Heilverfahrens nur 12,8%. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich eine leichte Erhöhung (ca. 2,5%) bei der Anzahl der Heilverfahren.

 

 

7. Fahrt zur Rehabilitation

263 Patienten (62,6%) konnten unsere Einrichtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Sie erfüllten damit die Voraussetzung, die bisher an die Durchführung einer ambulanten Rehabilitationsmaßnahme gestellt wurde. 157 Patienten (37,4%) nahmen zeitweilig oder während der gesamten Rehabilitationsdauer unseren hauseigenen Fahrdienst in Anspruch.

 

 

Anzahl 2000

Prozent 2000

Anzahl 2001

Prozent 2001

ÖffentlicheVerkehrsmittel

177

89,8

263

62,6

Fahrdienst

20

10,2

157

37,4

 

 

8. Schwerbehinderung vor Rehabilitation:

 

 

Anzahl 2000

Prozent 2000

Anzahl 2001

Prozent 2001

Schwerbehinderung

50

25,4

105

24,9

105 Patienten (24,9%) hatten bereits vor Beginn der Rehabilitation den Schwerbehindertenstatus. Die Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

9. Partnersituation:

321 Patienten (76,4%) lebten in Partnerschaft, 55 Patienten (13,1%) lebten allein mit ausreichenden sozialen Kontakten und  31 Patienten (7,41%) waren allein lebend und verfügten nicht über soziale Kontakte.

 

 

Anzahl

2000

Prozent

2000

Anzahl

2001

Prozent

2001

 in Partnerschaft

163

82,8

334

79,5

 allein mit Kontakt

31

15,7

55

13,1

 allein ohne Kontakt

3

1,5

31

7,4

 

 

 

10. Behandlungsdiagnosen:

Ebenso wie im Jahre 2000 war es auch im Jahre 2001 bei mehr als 50 % der von uns aufgenommenen Patienten im Rahmen der Manifestation der KHK zu einem Herzinfarkt gekommen Bei ca. 30% der Patienten hatte sich die KHK als stabile oder instabile Angina pectoris (Präinfarktsyndrom) manifestiert.

 

 

Anzahl 2000

Prozent 2000

Anzahl 2001

Prozent 2001

Hauptbehandlungsdiagnose

197

100

420

100

Angina pectoris und Präinfarktsyndrom

57

29,0

128

30,7

Myokardinfarkt bis 3 Monate

89

45,4

189

45,1

Myokardinfarkt 4-12 Monate

7

3,5

13

3,0

Myokardinfarkt über 12 Monate

13

6,6

24

5,7

Kardiomyopathie

3

1,5

1

0,3

Hypertonie

8

4,0

7

1,6

Gefäßerkrankungen

 

 

a. angeborene Fehlbildung

    einer großen Arterie

 

 

1

0,3

b. Aortenaneurysma/

    Dissektion

1

0,5

6

1,3

c. paVK

4

2,0

3

0,6

d. Verschluss und Stenose      von extracraniellen Arterien

1

0,5

 

 

Herzklappenerkrankung mit Operation

6

3,0

16

3,7

Herzrhythmusstörungen

5

2,5

4

1,0

Angeborene Fehlbildungen des Herzens

1

0,5

3

0,6

Neubildungen/Myxom

1

0,5

1

0,3

Sonstige Herzerkrankungen bei anderorts klassifizierten Erkrankungen

1

0,5

24

5,8

 

 

 

 

 

 

 

85,8% der 420 von uns behandelten Patienten hatten eine koronare Herzkrankheit unterschiedlicher Ausprägung. Gegenüber dem Jahr 2000 ist eine Zunahme des Schweregrades der koronaren Herzkrankheit festzustellen.

 

 

Anzahl 2000

Prozent 2000

Anzahl 2001

Prozent 2001

KHK und Ausprägung

 

164

83,25

360

85,8

KHK-1

60

36,58

119

32,9

KHK-2

51

31,09

87

24,3

KHK-3

47

28,66

123

34,2

KHK mit Hauptstammstenose

6

3,67

31

8,6

 

Ca. 38% der Patienten waren im Ergebnis der Manifestation der KHK operativ revaskularisiert worden, bei ca. 54% erfolgte ein interventioneller Eingriff.

Die Zahlen widerspiegeln realistisch die Häufigkeit der therapeutischen Optionen.

 

 

Anzahl 2000

Prozent 2000

Anzahl 2001

Prozent 2001

Behandlungsmethode der KHK

 

164

 

360

 

Koronare Bypassoperation

58

35,36

135

37,6

PTCA

93

56,70

195

54,1

Konservative Behandlung

13

7,94

30

8,3

 

 

11. Risikoprofil

Das Risikoprofil ergab sich aus den anamnestischen Angaben und/oder den hier erhobenen Befunden der Patienten bei Aufnahme.

 

 

Prozent 2000

Prozent 2001

11.1  Fettstoffwechselstörung

37,6

30,8

 

 

11.2  Nikotin

 

Nichtraucher

23,3

39,7

Exraucher

50,3

35,9

bis 10 Zig./Tag

5,6

3,9

mehr 10 Zig./Tag

20,8

12,8

 

 

 

11.3  Hypertonus

51,3

34,6

 

 

 

11.4  Diab.mell.

18,7

21,8

diätetisch behandelt

16,2

15,9

Diät u. orale Antidiabetika

43,3

43,8

Diät u. Insulin

40,5

40,3

 

 

 


 

11.5  Alkoholkonsum

 

 

selten, bei Festen

82,7

74,0

Regelmäßig kleine Mengen

8,6

4,0

regelmäßig große Mengen

1,5

6,0

nein, Abstinenz

7,2

16,0

 

 

Eine ererbte Disposition wurde angenommen, wenn mindestens bei einem Elternteil ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, eine Hypertonie, ein Diabetes mellitus oder auch eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag.

 

11.6  Ererbte Disposition

49,7

19,2

 

 

Von Bewegungsmangel wurde ausgegangen, wenn der Patient nicht mindestens einmal pro Woche ein gezieltes Bewegungsprogramm über mindestens 30 Minuten durchgeführt hat, die zu einer adäquaten Steigerung der Herzfrequenz führt.

 

11.7  Bewegungsmangel

39,6

19,2

 

 

Von einem erhöhten psychosozialem Risiko wurde ausgegangen, wenn der Patient angab, dass längere Zeit ihn belastende Probleme im familiären, beruflichen und sozialen Bereich bestanden. Berücksichtigt wurden auch vorbestehende psychische Störungen und akzentuierte Persönlichkeitsstrukturen.

 

11.8  psychosoziale Faktoren

42,1

28,2

davon im berufl. Bereich

48,2

31,8

im privat. Bereich

20,5

50,0

priv. u. berufl. Bereich

31,3

18,2

 


           

12. Liste der zuweisenden Krankenhäuser

                                                                                                                                            

Caritas Klinik Pankow

Innere Abteilung

Auguste-Viktoria-Krankenhaus

Innere Abteilung / Kardiologie

Charité Campus Berlin Buch

Franz Volhard Klinik

Charité Campus Mitte

Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie

Charitè Campus Mitte

Medizinische Universitätsklinik/Kardiologie

Charité Campus Virchow-Klinikum

Medizinische Universitätsklinik/Kardiologie

Deutsches Herzzentrum Berlin

Klinik für Kardiologie

Deutsches Herzzentrum Berlin

Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie

Dominikus-Krankenhaus

Innere Abteilung

DRK Kliniken Mark Brandenburg

Innere Abteilung

DRK Kliniken Westend

Med. Klinik II – Kardiologie

DRK-Kliniken Köpenick

Med. Klinik I

Elisabeth-Krankenhaus

Innere Abteilung

Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau

Innere Abteilung

Franziskus-Krankenhaus

Innere Abteilung / Kardiologie

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

Medizinische Klinik für Kardiologie

Grunewald-Klinik

Innere Abteilung

Immanuel-Krankenhaus, Rheumaklinik

Innere Abteilung

Jüdisches Krankenhaus

Klinik für Kardiologie

Klinikum Urban

Med. Klinik / Kardiologie

Krankenhaus Hedwigshöhe

Innere Abteilung

Krankenhaus Hellersdorf/Kaulsdorf

Innere Abteilung

Krankenhaus im Friedrichshain

Med. Klinik / Kardiologie

Krankenhaus Moabit

Innere Medizin/Kardiologie

Krankenhaus Neukölln

Innere Medizin/Kardiologie

Krankenhaus Prenzlauer Berg

Innere Medizin/Kardiologie

Krankenhaus Reinickendorf, Humboldt- Krankenhaus

Abteilung für Kardiologie

Krankenhaus Spandau

Abteilung für Innere Medizin

Malteser Krankenhaus

Innere Abteilung

Martin-Luther-Krankenhaus

Innere Medizin/Kardiologie

Oskar-Ziethen-Krankenhaus

Klinik für Innere Medizin/Kardiologie

Park-Klinik Weißensee

Innere Medizin

Paulinen-Krankenhaus

Kardiologische Weiterbehandlung

Schlosspark-Klinik

Innere Abteilung

St. Antonius Krankenhaus

Innere Abteilung

St. Gertrauden-Krankenhaus

Abteilung für Kardiologie

St. Hedwig Kliniken

Innere Abteilung

St. Josef-Krankenhaus

Innere Abteilung

St. Marien Krankenhaus

Innere Abteilung

Unfallkrankenhaus Berlin

Klinik für Innere Medizin

Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Med. Universitätsklinik / Kardiologie

Wenckebach Krankenhaus

Kardiologie


 

B. Beschreibung der Prozessqualität

                                                                                                                                       

1. Verweildauer

Bei der durchschnittlichen Verweildauer handelt es sich um Behandlungstage.

Da, wie bereits im vergangenen Jahr von uns dargestellt, die ambulante Rehabilitation die gleichen Ergebnisse wie stationäre Rehabilitation bei den beschriebenen und geschilderten Patienten zeigt, ergibt sich hier ein deutliches Kostenreduktionspotential.

 

 

Durchschnittliche Verweildauer :

2000

 

 

2001

15,8 Tage

 

 

15,5 Tage

Anzahl der Patienten

Behandlungstage

Anzahl der Patienten

1

1

2

0

2

2

2

3

3

2

4

3

1

5

4

0

6

33                  3

1

7

2

0

8

3

0

9

2

1

10

1

0

11

1

3

12

1

3

13

1

2

14

5

123

15

276

0

16

1

0

17

2

0

18

3

48

19

80

5

20

14

0

21

2

5

24

8

                                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Rehabilitationsdiagnostische Maßnahmen

 

 

2.1 kardiologische diagnostische Maßnahmen:

 

Untersuchung:

Anzahl 2000

Anzahl 2001

12-Kanal-EKG

444

1107

Lungenfunktionsprüfung

183

482

Ergometrie

390

845

Farbdopplerechokardiographie

210

512

Langzeit-EKG

217

623

Langzeit-Blutdruck

22

205

Blutzuckertest/Kapillarblut

299

603

Verbandswechsel

268

735

INR-Test

230

598

Venöse Blutentnahmen

580

1113

 

Bei allen Patienten erfolgten mindestens zwei umfassende Laboruntersuchungen, u. a. mit dem Ziel der Abschätzung des Arterioskleroserisikos.

 

 

2.2 psychologische diagnostische Maßnahmen:

Zum Beginn der psychologischen Befunderhebung wurden bei allen Patienten, die über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügten, durch psychometrische Daten erhoben. Insgesamt wurde ca. 400 Patienten mit der Hospital Anxiety and Depression Scale- deutsche Version- ein Fragebogen zur Erfassung von Angst und Depressivität in der somatischen Medizin vorgelegt. Signifikant erhöhte Werte in einer (oder beiden) dieser Dimensionen diente als erstes Selektionskriterium für die Verordnung psychologischer Einzelbehandlungen. Ein zweites bestand in der erkennbaren Behandlungsmotivation. Die Einschätzung des Ausmaßes der psychischen Beschwerden wurde im Team mit dem Eindruck, den die Patientin/der Patient sowohl bei der ärztlichen Aufnahme als auch den  anderen therapeutischen Kontakten hinterließ, abgeglichen und führte dann als drittes Selektionskriterium zu der Entscheidung für oder gegen weitere diagnostische Maßnahmen bzw. verhaltenstherapeutisch orientierte Einzelbehandlung(en). So konnte der Einsatz der begrenzten Ressourcen optimiert werden.

Im Ergebnis dieses screenings (mittels HADS) zeigten sich bei fast einem Viertel der untersuchten Patienten Werte, die entweder einer sekundären Neurotisierung durch die Erkrankung des Körpers im Sinne einer Anpassungsstörung entstammten, oder als echte Komorbidität mit der somatischen Erkrankung gemeinsam auftraten.

 


3. Rehabilitationstherapeutische Maßnahmen

 

Im Zusammenhang mit der vom Gesetzgeber geforderten Verbesserung der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen wurde im Bericht der Reha-Komission des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger eine Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) für die medizinische Rehabilitation erarbeitet mit dem Ziel der Definition therapeutischer Einheiten und Standards für die medizinische Dokumentation.

 

 

3.1        Sport- und Bewegungstherapie

 

Schwerpunkte der Sport- und Bewegungstherapie im Rahmen der Rehabilitation

 

Therapiebezeichnung

KTL- Nummer

3.1.1

EKG- und blutdrucküberwachtes Ergometertraining mit

Monitoring

l 32

3.1.2

Bewegungstherapie in Gruppen

l 01

3.1.3

Koordinationstraining

l 01.71

3.1.4

Atemgymnastik

l 51.40

3.1.5

Rückenschule

k 14

3.1.6

Vortrag  Sport- und Bewegungstherapie

k 51

 

 

Inhaltliche Beschreibung der einzelnen bewegungstherapeutischen Schwerpunkte

 

3.1.1 EKG- und blutdrucküberwachtes Ergometertraining:

-  in Gruppen zu höchst. 12 Patienten über eine Trainingszeit/ Dauer von 30 min (5   min   Aufwärmphase, 20 min Hauptbelastungsphase, 3 min aktive Erholungsphase, 2 min Erholungsphase im Sitzen)

-  durchgeführt wird das Programm individuell trainingspulsgesteuert mit der Möglichkeit des Dauerleistungsprogramms und des Intervallprogramms

 

Von 420 Patienten, die insgesamt im Jahr 2001 im „ herzhaus“ rehabilitiert wurden, konnten 17 Patienten nicht am Ergometertraining teilnehmen.

 

 

 

Anzahl

Ergometereinheiten

insgesamt

Anzahl

Teilgenommener

Patienten

durchschnittliche

Anzahl

Pro Patient

Ergometertraining mit Monitoring

 

5262

 

403

 

13,1

 

Durchschnittlicher Leistungszuwachs beim Ergometertraining:

 

 

Anzahl der berücksichtigten

Teilnehmer

Durchschnittlicher Leistungszuwachs in Watt

Männlich

293

19

Weiblich

110

13

Insgesamt

403

16

 

 

 

 

 

3.1.2 Bewegungstherapie in Gruppen

Die Bewegungstherapie in Gruppen findet in drei unterschiedlichen Leistungsgruppen statt. Die Planerstellung, sowie die Einteilung in die Leistungsgruppen, erfolgt für jeden Patienten nach den Ergebnissen beim Belastungs- EKG.

 

Gruppe A:

-         In Gruppen zu höchst. 10 Pat

-         Zeit der Anwendung 30-40 min je nach Belastungsintensität

-         Anwendungen finden aufgrund der geringen Belastbarkeit ausschließlich im Sitzen statt (Hockergymnastik)

Gruppe B:

-         In Gruppen zu höchst. 12 Pat. mit einer Belastbarkeit unter 1 Watt/ kg Körpergewicht

-         Zeit des Trainings 45 min

-         Anwendungen finden hauptsächlich im Stand und im langsamen Gehen statt

     Gruppe C:

-         in Gruppen zu höchst. 12 Pat. mit einer Belastbarkeit von mind. 1Watt/ kg Körpergewicht

-         Zeit des Trainings 45 min

-         Anwendungen finden hauptsächlich im zügigen Gehen zum Teil im leichten Laufen statt

 

3.1.3 Koordination

-         Beübung von koordinativen Fähigkeiten, wie z.B. Gleichgewichtfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Kopplungs-fähigkeit u.a. mittels verschiedener Kleingeräte 

-         Verbesserung der intermuskulären Koordination/ Propriozeptionstraining

 

3.1.4 Atemtherapie

-         Dehnung und Kräftigung der Atemhilfsmuskulatur

-         Übungsbeispiele zur Zwerchfellkräftigung und dessen „Mobilisation“

-         Selbstbeobachtung der Patienten in Bezug auf die Parameter Atemrhythmus, Atemtiefe und Atemfrequenz – Hinweise zur Optimierung und Ökonomisierung

-         Sensibilisierung des Patienten in Bezug auf die „Atemräume“ Bauch, Flanke und Rücken (Bauchatmung, Flankenatmung und Rückenatmung)

-         Bewegung, Dehnung und Kräftigung unter Atmungsaspekten (z.B. Anti-Pressatmungs-Training, Mund- und Nasenatmung)

 

3.1.5 Rückenschule

-         Dehnung und Kräftigung der die physiologische Form der Wirbelsäule unterstützen-den Muskelgruppen

-         propriozeptives Training zur Verbesserung der neuromuskulären Situation im WBS-Schulter-Hüft-Bereich

-         rückenschonendes Heben - Bücken - Tragen

-         rückenschonendes Stehen - Sitzen - Liegen

 

 

Patienten

Zahl

Anzahl

Insges.

Durchschn.

Anzahl pro

Patient

Durchschn.

Verweildauer

In Tagen

Durchschn.

Pro Pat.

Pro Tag

Bewegungstherapie

In Gruppen

 

420

 

11953

 

28,5

 

15,5

 

1,8

 

Insgesamt wurden bei den Patienten mit einer täglichen Gesamtdauer von 2 Stunden und 15 Minuten drei Maßnahmen der Bewegungstherapie durchgeführt.

 

3.1.6 Vortrag der Sporttherapie

Zum Abschluss der Rehabilitation führten die Sporttherapeuten ein Seminar zur Motivationsförderung einer lebenslangen Bewegungstherapie durch. Schwerpunkte dabei waren:

-         Ambulante Herzgruppe

-         IRENA-Programm der BfA

-         Möglichkeiten und Durchführung eines selbständigen Trainings

 

 

 

3.2   Teilnahme an Vorträgen - Gesundheitsbildungsprogramm

Alle 420 Patienten nahmen an diesen Vorträgen teil. Da bei 8 % der Patienten Sprachbarrieren die Wissensaufnahme beeinträchtigten, kamen hier zusätzliche Einzelgespräche unter Einbeziehung sprachkundiger Angehöriger zur Anwendung.

 

-         Ziele und Inhalte der kardiologischen Rehabilitation

-         Aufbau des Herz-Kreislaufsystems, Untersuchungsmethoden bei den wichtigsten Erkrankungen

-         Risikofaktoren der Arteriosklerose – Lebensstiländerung

-         Grundlagen der gesunden Ernährung

-         Stress und Persönlichkeit als Risikofaktoren der KHK

-         Aspekte der sozialen Sicherung

-         Bewegungstherapie im Alltag – Teilnahme an der amb. Herzgruppe

 

 

 

3.3   Psychologische Interventionen

Verhaltenstherapeutisch orientierte Einzelbehandlungen erfolgten bei 212 Patienten (50,5 % aller in der Einrichtung behandelten Patienten) mit durchschnittlich 1,7 Kontakten.

Patienten mit vorliegender Nikotinabhängigkeit (Nochraucher und seit dem Infarktgeschehen werdende Nichtraucher) wurden suchtspezifisch beraten. Dabei wurden kognitive Übungen zur Motivationsbildung durchgeführt und über begleitende Hilfsangebote informiert. Insgesamt nahmen 32,0 % dieser Patienten daran teil.

An den therapeutischen Gruppengesprächen zum Stressmanagement nahmen 84,9 % aller in der Einrichtung behandelten Patienten teil. Bei durchschnittlich 2,5 Anwendungen kamen Aspekte der „Koronarpersönlichkeit“, Schwierigkeiten bei der Problemerkennung, Möglichkeiten konkreter Verhaltensänderungen via Selbstinstruktionen und optimale Haltungs- und Einstellungsanpassungen zur Sprache. Dabei legten wir auf die Diskussion der vorgestellten Lehrinhalte großen Wert und dies fand auch eine rege Zustimmung und Beteiligung.

78,0 % aller bei uns behandelten Patienten wurden ausführlich über die theoretischen Grundlagen der Entspannungstechnik „Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson“ unterrichtet mit dem Ziel, sie zur Teilnahme an diesen Übungen zu motivieren. 92,4% der unterrichteten Patienten absolvierten dann durchschnittlich 7,7 Übungseinheiten.


3.4.   Physiotherapie

Von den 420 in der Rehabilitation befindlichen Patienten des Jahres 2001 erhielten 271 physiotherapeutische Anwendungen, im Durchschnitt 3,8 Behandlungen.

Bei insgesamt 162 Patienten lag ein herz- und thoraxchirurgischer Eingriff vor.

 

 

Anzahl

Koronare Bypassoperation

135

Herzklappenerkrankung mit Op.

16

Aortenaneurysma / Dissektion

6

Angeborene Fehlbildung des Herzens

3

Angeborene Fehlbildung einer großen Arterie

1

Neubildungen / Myxom

1

 

 

Die Behandlung dieser Patienten beinhaltete:

 

-         Narbenbehandlung, Narbenpflege mit Anleitung zur selbständigen Ausführung

-         Beratung, Aufklärung über das postoperative Verhalten nach einer Sternotomie

-         Erhalt / Verbesserung der Thoraxbeweglichkeit, z. B. durch periphere Atemantriebe, Atembrustkorbgymnastik

-         Atemtherapie zur Umstellung unphysiologischer Atemformen auf die individuelle Norm, z. B. durch Vermittlung spezieller Atemtechniken

-         Tonusregulation hypertoner Muskulatur, vor allem der Atemmuskulatur durch:

o       Teilkörpermassage

o       Bindegewebsmassage

o       Atemmassage

-         entstauende Maßnahmen (Lymphdrainage) bei ödematösen Extremitäten nach Venenentnahme

-         Maßnahmen für die Aufrichtung und Verbesserung der Körperhaltung, z. B. Dehnungen, Mobilisation der Wirbelsäule, bes. Halswirbelsäule, Schulung der Körperwahrnehmung

-         zur Förderung der allgemeinen Entspannungsfähigkeit

o       Abhebeproben

o       schnelle Lagerung

o       Reflexzonenbehandlung

 

 

3.5   Ernährungsberatung

Die große Bedeutung des Risikofaktors Fettstoffwechselstörung für die Entstehung und den Verlauf der KHK begründet, dass die Ernährungsberatung einen Schwerpunkt in der kardiologischen Rehabilitation bildet.

 

Bei 86% der Patienten waren mit Eintritt des akuten Koronarereignisses Fettstoffwechselparameter oberhalb der Zielwerte für die Sekundärprävention bestimmt worden.

-         Gesamtcholesterin unter 180

-         LDL-Cholesterin unter 100

-         HDL-Cholesterin über 35


Die Ernährungsberatung wurde überwiegend in Gruppen, teilweise in Einzelgesprächen durchgeführt. Jeder der betroffenen Patienten nahm teil an

 

-         einem Seminar zu theoretischen Fragen einer cholesterinarmen Kost,

-         einem Seminar mit spezieller Produktinformation zu cholesterinarmen Nahrungsmitteln,

-         einem gemeinsamen Einkauf mit praktischer Unterweisung in der Warenkunde im Supermarkt, speziell zur Relevanz bestimmter Werbeaufschriften,

-         einer Lehrküchenveranstaltung mit Schwerpunkt fettarme Garmethoden.

 

22% der Patienten nahmen das Angebot wahr, die Partner in die Beratungen und Lehrveranstaltungen einzubeziehen.

 

 

3.6   Sozialberatung

Wöchentlich wurden allen neu aufgenommenen Patienten in einem Vortrag die Prinzipien der sozialen Sicherungssysteme erläutert (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Amt für Soziales und Versorgung, Arbeitsverwaltung).

Darüber hinaus wurden 373 Patienten 1- bis 3x zu Fragen des sozialen Umfeldes, des Schwerbehindertenrechtes, der Zuzahlung, der Pflegeversicherung, der Selbsthilfegruppen, der Familienpflege und der Betreuungsmöglichkeiten älterer Menschen beraten.

 

 

Im Einzelnen erfolgten Beratungen bei:

 

 

 

 

 

 

127 Patienten  zur Erstantragstellung nach dem Schwerbehindertenrecht

  44 Patienten  zur Antragstellung auf Neufeststellung einer Schwerbehinderung

  83 Patienten  zur finanziellen Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit

  40 Patienten  zur Antragstellung auf Übergangsgeld

    9 Patienten  zu berufsfördernden Leistungen

    8 Patienten  zu Rentenfragen und weitergehenden Beratungsmöglichkeiten

  11 Patienten  in gemeinsamer Beratung mit Angehörigen

 

 

 

 

 

 

 

 


C. Beschreibung der Ergebnisqualität

 

1. Medikation

Die von Krankenhäusern und Hausärzten eingeleitete medikamentöse Therapie wurde in der Regel fortgesetzt und gegebenenfalls dem aktuellen Zustand des Patienten angepasst. Moderne Therapietrends sind weitgehend durchgesetzt.

 

Bei Entlassung aus der Rehabilitationsbehandlung erhielten:

 

 

Prozent 2000

Prozent 2001

ACE-Hemmer

59,9

74,75

Beta Blocker

87,3

89,56

Aggregationshemmer

92,9

94,95

CSE-Hemmer

78,2

80,13

 

 

2. Erreichen der Rehabilitationsziele nach ärztlicher Einschätzung

 

2.1. Körperliche Belastungstoleranz

Bewertet wurde das Ergebnis des täglichen Ergometertrainings.

 

verbessert:

Ja

Nein

95,1%

4,9%

 

2.2. Beschwerden

Bewertet wurden Angina pectoris und Luftnot nach CCS und NYHA-Kriterien.

 

beschwerdefrei:

Ja

Nein

94,2%

5,8%

 

2.3. Körpergewicht

        22,2% der Patienten waren nach BMI normgewichtig. Bei 77,8 % der Patienten      bestanden ein Übergewicht oder eine Adipositas.

 

Gewichtsreduktion bei Übergewicht o. Adipositas

Ja

Nein

37,6%

62,4%

 

2.4. Blutdruck

Von einem normotonen Blutdruck gingen wir aus , wenn der täglich im Sitzen nach 10 Minuten Ruhe am Oberarm  gemessenen Blutdruck von 135/85mmHg und unter Dauerbelastung am Fahrradergometer über 20 Minuten ein Blutdruck von 100 + Dauerbelastung in Watt nicht überschritten wurde.

 

Normotomie bei Entlassung

Ja

Nein

95,5%

4,5%

 


2.5. Rauchen

Nach I A 11.2 waren ca. 40% der Patienten Nichtraucher. 252 Patienten (ca. 60%) hatten bis zum Eintritt der Erkrankung in unterschiedlicher Intensität geraucht. Davon hatten am Ende der Rehabilitation 75% das Rauchen aufgegeben.

 

Rauchen aufgegeben

Ja

Nein

75%

25%

 

2.6. Diabetes mellitus

Bei 22% der Patienten lag ein Diabetes mellitus vor.

Von einer normoglykämischen Stoffwechsellage gingen wir aus, wenn der postprandiale Blutzucker 120 mg% und oder der HBA1- Wert 6% nicht überstieg.

 

Normoglykämie bei Entlassung

 

Ja

Nein

62,2%

37,8%

 

2.7. Fettstoffwechsel

Folgende Cholesterin-Zielwerte wurde zugrunde gelegt:

- Primärprävention: a)      ohne zusätzlichem Risikofaktor

       - Gesamtcholesterin                   bis 230 mg%

            - LDL-Cholesterin                     bis 160 mg%

 b)   mit zusätzlichem Risikofaktor

- Gesamtcholesterin                   bis 200 mg%

- LDL-Cholesterin                     bis 130 mg%

-Sekundärprävention:      - Gesamtcholesterin               unter 180 mg%

- LDL-Cholesterin                 unter 100 mg%

- HDL-Cholesterin                    über 35 mg%

 

 

Zielwerte erreicht

 

Ja

Nein

84,5%

15,5%

 

2.8. Entspannungstechnik

Alle Patienten wurden in einem Einführungsvortrag mit den Grundlagen des Entspannungsverfahren Progressive Muskelentspannung nach Jacobson vertraut gemacht und hatten danach die Möglichkeit an bis zu 10 Übungseinheiten teilzunehmen.

 

geschult

Ja

Nein

94,8%

5,2%

 

2.9. Psychische Störungen

Berücksichtigt wurden psychische Störungen, die reaktiv in der Folge der Manifestation der Herzkrankheit ( Anpassungsstörungen) aufgetreten sind, vorbestehende psychische Störungen, die rehabilitationsrelevant waren und Patienten mit einer akzentuierten Persönlichkeitsstruktur.


Wir schätzen ein, dass bei 25% der Patienten keinerlei psychische Störungen vorlagen.

75% aller Patienten hatten  psychische Störungen unterschiedlicher Ausprägung.

Bei 140 Patienten lagen  Anpassungsstörungen vor. Diese Störungen besserten sich im Laufe des Rehabilitationsprozesses zum überwiegenden Teil. Zugrunde gelegt wurden ärztliche und psychologische  Einschätzungen .

 

Gebessert

Ja

Nein

84,5%

15,5%

 

2.10. Aufklärung des Patienten zur Erkrankung

Vorhanden sein mussten ein ausreichender sprachlicher Zugang und die Einschätzung des Reha-Teams, dass der Patient imstande ist, Wissen aufzunehmen. Wenn der Patient an allen Vorträgen, Seminaren und Visiten teilgenommen hatte und das Abschlussgespräch ohne  ungeklärte Fragen beendet werden konnte, wurde davon ausgegangen, dass der Patient zu den Problemen seiner Erkrankung ausreichend aufgeklärt ist.

 

ausreichend aufgeklärt

Ja

Nein

96,3%

3,7%

 

2.11. Motivation zur Teilnahme an einer ambulanten Herzgruppe

Allen Patienten wurden unmittelbar vor Entlassung die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Teilnahme an einer ambulanten Herzgruppe in einem Gruppengespräch erläutert. Die Patienten erhielten eine Adressliste aller Berliner Herzgruppen. Sie wurden im ärztlichen Abschlussgespräch zu ihrer Motivation befragt. Die Antragsformalitäten wurden erledigt.

 

Motivation

Ja

Nein

53,1%

46,9%

 

 

3. Sozialmedizinische Beurteilung

Der Schwerpunkt der sozialmedizinischen Beurteilung lag in der Einschätzung der Leistungsfähigkeit im Berufs- und Erwerbsleben. 155 Patienten (37 %) aller von uns behandelten Patienten mussten sozialmedizinisch beurteilt werden.

Die Bewertung der Ergebnisse zeigt, dass nur bei 6,4% aller zu beurteilenden Patienten ein aufgehobenes Leistungsvermögen im Berufs- und Erwerbsleben bestand. Fast 94 % der beurteilten  Patienten können beruflich reintegriert werden.

 

 

Sozialmedizinische Beurteilung, wenn Kostenträger GRV

Leistungsfähigkeit für letzte Tätigkeit

Leistungsfähigkeit für andere Tätigkeit

 

Prozent 2000

Prozent 2001

 

Prozent 2000

Prozent 2001

6 Std. und mehr

 

 

76,3

81,8

6 Std. und mehr

95,7

93,6

3 bis unter 6 Std.

0

0

3 bis unter 6 Std.

0

0

Unter 3 Std.

23,7

18,2

unter 3 Std.

4,3

6,4

 


4. Patientenzufriedenheit

Die Patienten erhielten vor Entlassung einen Fragebogen, der ihre Bewertung der verschiedenen Bereiche und die Ergebnisse der Behandlung abfragt. Sie konnten diesen anonym beantworten. Die Patientenbefragung ergibt ein differenziertes Bild zur Einschätzung der Arbeit und der Betreuungsbereiche. Sie dient der internen Qualitätssicherung. Die Ergebnisse werden monatlich bewertet.

 

4.1 Zufriedenheit mit dem einzelnen Diensten

Waren Sie mit den einzelnen Diensten zufrieden?

Trifft voll zu

Trifft eher zu

Trifft nicht zu

Durchschnittsbewertung aus folgenden Bereichen:

 

  - Ärztliche Betreuung

  - Psychologische Betreuung

  - Medizinische Assistenz

  - Sport- und Bewegungstherapie

  - Physiotherapie

  - Ernährungsberatung

  - Sozialberatung

  - Rezeption

 

81%

 

16%

 

3%

 

4.2 Beschwerdebesserung                          

Waren zu Beginn der Reha körperliche Beschwerden vorhanden?

Ja

76%

Nein

24%

 

Wenn ja, haben sie sich während der Reha verbessert?

Ja, sehr:

28%

Ja:

66%

Nein:

6%

 

4.3 Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit

Waren zu Beginn der Reha Einschränkungen der allgem. Leistungsfähigkeit vorhanden?

Ja

81%

Nein

19%

 

Wenn ja, haben sie sich während der Reha verbessert?

Ja, sehr:

12%

Ja:

65%

Nein:

23%

 

4.4 Psychische Stabilisierung

Waren zu Beginn der Reha psychische Beschwerden vorhanden?

Ja

33%

Nein

67%

 

Wenn ja, haben sie sich während der Reha verbessert?

Ja, sehr:

37%

Ja:

45%

Nein

18%

 

4.5 Allgemeines Erscheinungsbild

Wie fanden Sie das allgemeine Erscheinungsbild der Einrichtung?

sehr angenehm: 44%

angenehm: 53%

weniger angenehm:

3%

 

4.6 Weg zum Herzhaus

War der Weg zum Herzhaus belastend?

Ja:

16%

Nein:

84%

 

4.7 Erneute ambulante Rehabilitation

Im Aufnahmegespräch mit den Patienten konnten wir den Eindruck gewinnen, dass ein Drittel der Patienten Bedenken vor der ambulanten Form der kardiologischen Rehabilitation hatte. Das Problem wurde im Patientenfragebogen nicht aufgenommen, um eine Chronifizierung der vorgefassten Meinung zu vermeiden. Die Befragung erfolgte am Ende der Rehabilitationsmaßnahme mit folgendem Inhalt:

 

Würden Sie erneut eine ambulante Rehabilitation in Anspruch nehmen?

Ja :

89%

Nein :

11%

 

 

4.8 Herzhaus weiterempfehlen

Würden Sie das Herzhaus weiterempfehlen?

Ja:

98%

Nein:

2%

 

 

4.9 Gesamtbeurteilung

Wie beurteilen Sie die Einrichtung insgesamt?

Sehr gut: 33%

Gut:

49%

Befriedigend:

15%

Mangelhaft:

3%

 

 

 


II. Wissenschaftliche Arbeit
 

Ambulante oder stationäre kardiologische Rehabilitation?

Versuch einer Zuordnung der Patienten nach rationalen Gesichtspunkten

 

B. Lorenz, E. Lubnau, J. Sorgenfrei, W. Konertz*

Herzhaus, Zentrum für ambulante/teilstationäre kardiologische Rehabilitation, Berlin (Ltd. Arzt: Dr. B. Lorenz), Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité Berlin* (Dir. Prof. Dr. W. Konertz)

 

 

Einleitung:

Nachdem seit Anfang der 90-er Jahre über die Möglichkeit, eine kardiologische Rehabilitation auch ambulant durchzuführen, diskutiert wurde, wird diese Form in zunehmendem Maße mit unterschiedlicher Akzeptanz angeboten.

Aus diesem Grund führten wir eine Untersuchung durch, deren Ziel es war, zu ermitteln, für welche Form der kardiologischen Rehabilitation, ambulant oder stationär, kardiochirurgisch versorgte Patienten geeignet sind. Dazu wurden die Krankenunterlagen der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité im Zeitraum Oktober 2000 - Mai 2001 von 562 Patienten, davon 392 Männer und 164 Frauen ausgewertet.

 

Das Lebensalter entsprach der für kardiochirurgische Patienten zur Zeit bestehenden Häufigkeitsverteilung mit dem Gipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, wie es im Herzbericht 2000 niedergelegt ist.

                                                    

 

Das Lebensalter der untersuchten Patientengruppe differenziert sich wie folgt:

 

 

Alter

Anzahl

18-24

1

25-30

0

31-35

0

36-40

5

41-45

14

46-50

28

51-55

37

56-60

84

61-65

115

66-70

99

71-75

108

76-80

48

81-90

14

91-100

0

 

 

Unsere Arbeit belegt die aus dem Herzbericht 2000 bekannte Tatsache, des Häufigkeitsgipfels kardiochirurgisch versorgter Patienten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.

 


Methodik:

Es wurde ein Score entwickelt, der die unten folgenden Items beinhaltet. Die Items wurden entsprechend ihrer Relevanz für die kardiologische Rehabilitation mit Punktwerten belegt.

Die abschließende Summe dieser Punktwerte sollte die Differenzierung der Eignung für ambulante oder stationäre Rehabilitation ermöglichen.

 

 

-         Wohnort

-         Die Postleitzahl war das Maß für die Entfernung zum ambulanten Rehabilitationszentrum. Entfernungen über 40 km oder Fahrzeiten über 50 min. führten zum Ausschluss der ambulanten Rehabilitation.

-         Präoperative Diagnose, gegliedert in:

- koronare Herzkrankheit

- Herzklappenerkrankung

-         andere Herzerkrankungen

-         Präoperative Befunde:

- NYHA/CCS-Klassifikation

- EF

- Herzgröße

- Herzrhythmus

-         Postoperative Befunde:

- Wundheilung

- Herzrhythmus

- Postkardiotomiesyndrom

- Low output

-         Situation der häuslichen Versorgung

-         Psychische Beeinträchtigungen

 

 

Die Erkrankungen, Befunde, Situationen und Beeinträchtigungen wurden entsprechend ihres Ausprägungsgrades gewichtet und mit Punkten belegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Items/Punktwerte:

 

 

 

 

Punkte

  Wohnort

 

  Postleitzahl unter 10000 über 15000

60

 

 

Präoperative Diagnosen

 

 

 

KHK 1

1

 

 

KHK 2

2

 

 

KHK 3

3

 

 

mit HAST

4

 

 

Mitralvitien

50

 

 

Aortenvitien

25

 

 

kombinierte Vitien

50

 

 

Andere Herzerkrankungen

25

 

 

Präoperative Befunde

 

 

 

NYHA I

1

 

 

NYHA II

5

 

 

NYHA II-III

10

 

 

NYHA III

15

 

 

NYHA IV

30

 

 

EF unter 35%

15

 

 

EF über 35%

1

 

 

Herzgröße/LVEDD vergrößert

15

 

 

Herzgröße normal

1

 

 

SR

1

 

 

VHF

5

 

 

Postoperative Befunde

 

 

 

Wundheilung abgeschlossen

1

 

 

Wundheilung nicht abgeschlossen

5

 

 

SR

1

 

 

VHF

5

 

 

Perikard-/Pleuraerguss: ja

20

 

 

Perikard-/Pleuraerguss: nein

1

 

 

Low output: ja

60

 

 

Low output: nein

1

 

 

keine Probleme in der häuslichen Versorgung

1

 

 

Lösbare Probleme in der häuslichen Versorgung

5

 

 

unlösbare Probleme in der häuslichen Versorgung

60

 

 

keine psych. Probleme

1

 

 

psych. Probleme mit Rückbildung

5

 

 

Schwere weiterbestehende psychische Probleme

60

 

Der Punktwert von 70 und darüber bedingt ausschließlich Zuordnung zur stationären kardiologischen Rehabilitation. Der Punktwert von 69 und darunter ermöglicht die Zuordnung zur ambulanten kardiologischen Rehabilitation.

 

 

 

 

 

Material:

Wohnort, Postleitzahlen:

73 Patienten waren aufgrund ihres Wohnortes in einem Flächenland mit Fahrwegen von über 40 Minuten in eine ambulante Rehabilitationseinrichtung für diese Form nicht geeignet.

 

Präoperative Diagnose:

Bei 393 Patienten bestand eine alleinige koronare Herzkrankheit, bei 64 Patienten eine koronare Herzkrankheit und eine Herzklappenerkrankung. Die koronare Herzkrankheit differenziert sich wie folgt:

 

KHK-1

53

11,4%

KHK-2

151

32,6%

KHK-3

259

56,0%

Zusätzliche Hauptstammstenose

22

4,7%

Gesamtpatienten mit KHK

463 (von 562)

82,4%

 

Bei 169 Patienten bestand eine Herzklappenerkrankung.

 

 

Anzahl

Prozent

Mitralvitium

52

29,7%

Aortenvitium

99

56,6%

Kombinierte Vitien

18

10,3%

Gesamt

169 (von 562)

30,1%

 

Bei 6 Patienten erfolgte die kardiochirurgische Versorgung aus anderen Indikationen, z. B. Vorhofmyxom, ASD, etc.

 

Präoperative Befunde:

 

Anzahl

Prozent

NYHA I / CSS I

8

1,5%

NYHA II / CSS II

171

30,5%

NYHA II-III / CSS II-III

114

20,4%

NYHA III / CSS III

213

37,9%

NYHA IV / CSS IV

56

9,7%

Gesamt

562

100%

 

 

 

Anzahl

Prozent

EF unter 35%

43

7,7%

EF über 35%

519

92,3%

Gesamt

562

100%

 

 

 

Anzahl

Prozent

Herzgröße vergrößert

130

23,2%

Herzgröße normal

432

76,8%

Gesamt

562

100%

 

 

Anzahl

Prozent

Präoperativ Sinusrhythmus

501

89,2%

Präoperativ VHF

61

10,8%

Gesamt

562

100%

 

Postoperative Befunde:

 

Anzahl

Prozent

Wundheilung abgeschlossen

554

98,6%

Wundheilung nicht abgeschlossen

8

1,4%

Gesamt

562

100%

 

 

 

Anzahl

Prozent

Postoperativ Sinusrhythmus

493

87,8%

Postoperativ VHF

69

12,2%

Gesamt

562

100%

Post OP Perikard/Pleuraerguß ja:

33

5,9%

Post OP Perikard/Pleuraerguß nein:

529

94,1%

Gesamt

562

100%

 

 

Patienten mit Low output

17

3%

Patienten ohne Low output

545

97%

Gesamt

562

100%

 

 

Situation der häuslichen Versorgung:

 

Anzahl

Prozent

Keine sozialen Probleme

560

99,6%

Lösbare soziale Probleme

1

0,2%

Unlösbare soziale Probleme

1

0,2%

Gesamt

562

100%

 

 

Psychische Beeinträchtigungen:

 

Anzahl

Prozent

Keine psychischen Probleme

498

88,6%

Psychische Probleme mit Rückbildung

60

10,7%

Schwere psychische Probleme

4

0,7%

Gesamt

562

100%

 


Ergebnis:

Entlassungsform aus der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie

 

Anzahl

Prozent

Verlegung in ein Versorgungskrankenhaus

530

94,3%

Entlassung in die Häuslichkeit

32

5,7%

 

Aufgliederung der Patienten nach der Summe ihrer Punktwerte:

Punkteverteilung

Anzahl

Prozent

10-20

112

19,9%

21-30

140

24,9%

31-40

45

8,0%

41-50

69

12,3%

51-60

21

3,7%

61-69

17

3,0%

70-80

35

6,2%

über 80

123

22,0%

 

Differenzierung der Eignung für ambulante oder stationäre Rehabilitation:

 

Anzahl

Prozent

Eignung für die ambulante Rehabilitation

404

71,8%

Eignung zur stationären Rehabilitation

158

28,2%

Gesamt

562

100%

 

 

Durchgeführte Form der kardiologischen Rehabilitation in der untersuchten Patientengruppe:

 

Anzahl

Prozent

Stationäre Rehabilitation

365

65%

Ambulante Rehabilitation

113

20%

Keine Rehabilitation

84

15%

 

 

 

Diskussion und Schlussfolgerung:

 

Die Untersuchung zeigt, dass bei Zugrundelegung objektiver Faktoren der überwiegende Teil der Patienten die Rehabilitation ambulant durchführen könnte. Die Auswertung belegt, dass die Rehabilitation aber überwiegend stationär erfolgt.

Insofern liegt der Schluss nahe, dass bei der Entscheidung über die Form der kardiologischen Rehabilitation – stationär oder ambulant -  andere Faktoren, z. B. die Wünsche und Vorstellungen des Patienten, eine wesentliche Rolle spielen. Es scheint, als sei der Patient mit der Möglichkeit der ambulanten Durchführung einer Rehabilitation zuwenig vertraut.

94,3% der kardiochirurgisch versorgten Patienten werden postoperativ in Versorgungskrankenhäuser der Stadt Berlin verlegt. Entscheidungen über die Form der Rehabilitation werden dort getroffen.

 

Es wäre deshalb notwendig, dass stationäre Einrichtungen, niedergelassene Ärzte und Kostenträger die ihnen gebotenen Möglichkeiten zur Aufklärung der Patienten in diesem Sinne nutzen.

Zusammenfassung:

 

 

Ziel der Untersuchung war es, zu ermitteln, für welche Form der kardiologischen Rehabilitation, ambulant oder stationär, kardiochirurgisch versorgte Patienten geeignet sind. Dazu wurden die Krankenunterlagen von 562 Patienten der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité über einen definierten Zeitraum ausgewertet.

 

 

Es wurde ein Score entwickelt, der für die Entscheidung wichtige medizinische, soziale und psychische Fakten zu Items zusammenfasst, die entsprechend ihrer Relevanz für die kardiologische Rehabilitation mit Punktwerten belegt wurden. Die abschließende Summe dieser Punktwerte sollte die Differenzierung der Eignung für ambulante oder stationäre Rehabilitation ermöglichen.

 

 

            Differenzierung der Eignung für ambulante oder stationäre Rehabilitation

Eignung für die amb. Reha

404 Patienten

71,8%

Eignung zur stat. Reha

158 Patienten

28,2%

                    

Durchgeführte Form der kardiologischen Rehabilitation

stat. Reha

365 Patienten

65%

amb. Reha

113 Patienten

20%

keine Reha

84 Patienten

15%

 

 

 

Die Untersuchung zeigt, dass bei Zugrundelegung objektiver Faktoren der überwiegende Teil der kardiochirurgisch versorgten Patienten die Rehabilitation ambulant durchführen könnte. Die Auswertung belegt, dass diese Patienten aber überwiegend stationär rehabilitiert werden. Wünsche und Vorstellungen des Patienten scheinen bei der Auswahl der Rehabilitationsform wesentlich zu sein. Es wäre notwendig, dass stationäre Einrichtungen, niedergelassene Ärzte und Kostenträger die ihnen gebotenen Mittel und Möglichkeiten zur Aufklärung der Patienten nutzen.

 

 

 

Wir danken Frau K. Bergmann und Frau S. Wodke für die statistischen Berechnungen und Textverarbeitungen.

Literatur beim Verfasser.

 

 


III. Zusammenfassung und Ausblick

 

Seit über 20 Jahren werden herzkranke Patienten in der Rehabilitationsphase II umfassend in Rehabilitationseinrichtungen betreut.

Die gesammelten und publizierten Erfahrungen und Rehabilitationsprogramme haben bewiesen, dass die Konzentration herzkranker Patienten in kardiologischen Rehabilitationseinrichtungen ein effektives und für die Solidargemeinschaft kostengünstiges Verfahren ist.

 

Trotzdem sind kritische und konstruktive Auseinandersetzungen mit dem Verfahren und seinen Inhalten notwendig. Die ambulante/teilstationäre kardiologische Rehabilitation hat sich in den letzten Jahren fest etabliert, insbesondere auch deshalb, weil sie eine wohnortnahe Betreuung der Patienten unter Einbeziehung ihrer Angehörigen ermöglicht. Die VDR-Studie, die Untersuchungen der Klinik Wetterau in Bad Nauheim, das Rheinische Modell und die TEIKÖ-Studie belegen an großen Patientenzahlen, dass ambulante Rehabilitation in ihrem bio-psychosozialen Ergebnis effektiv und wirtschaftlich effizient ist.

Der vielleicht wichtigste Vorzug im Vergleich zur stationären Rehabilitation ist die Tatsache, dass der Patient morgens kommt und am Nachmittag wieder nach Hause gehen kann, das bedeutet, dass er in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann und trotzdem optimal rehabilitativ versorgt wird. Sich in der eigenen Wohnung zu bewegen, im eigenen Bett zu schlafen, die bekannten sanitären Einrichtungen zu benutzen und mit Freunden und Nachbarn ohne Unterbrechung in Kontakt bleiben zu können – das sind für viele Rehapatienten ganz wichtige Kriterien, und nicht umsonst gewinnt die ambulante Rehabilitation zunehmend an Beliebtheit und Bedeutung, darin auch unterstützt von Krankenkassen, Rentenversicherung und anderen Versicherungsträgern.

Wer möchte, kann als Patient des ambulanten Rehazentrums „herzhaus Berlin“ auch Angehörige mitbringen, so zum gemeinsamen Einkauf einer Patientengruppe im Supermarkt, bei der anschließenden Zubereitung der Mahlzeiten in der Lehrküche des Zentrums, bei den Raucher-Entwöhnungskursen, bei Sporttherapie und Gymnastik und auch bei den Aufnahme- und Abschlussuntersuchungen. Da das ambulante Rehabilitationszentrum sich nahe am Wohnort des Patienten befindet, ist es für die Angehörigen möglich und angenehm, sich darüber zu informieren, wie der Patient später zu Hause leben, arbeiten und sich bewegen sollte.

Die Nähe des Wohnortes ist auch deshalb für manchen Patienten von Vorteil, weil er sich dann um alle eigenen privaten Dinge noch selbst kümmern kann. Das schätzen besonders die vielen Selbständigen, die Handwerker, Geschäftsinhaber und Freiberufler.

Aus anderen Kulturkreisen kommende ausländische Mitbürger werden als Patient in einer großen Rehaklinik weniger leicht Kontakt finden, sie schätzen die Möglichkeit der ambulanten Rehabilitation besonders hoch ein. Jedenfalls gehören sie hier zu einer Gruppe wie jeder andere und fühlen sich nicht alleingelassen. Ihnen ist es ganz besonders wichtig, jeden Tag in ihrer häuslichen Umgebung sein zu können, ihr Leben also so zu leben, wie sie es aus ihrer Heimat gewohnt sind.

Für viele Patienten, die in unserer Einrichtung rehabilitiert wurden, war es eine besondere Erleichterung, dass sie im Anschluss daran die ambulante Herzgruppe in unserem Zentrum besuchen konnten. Dies wurde ermöglicht durch die enge Kooperation mit MEDI-Sport e.V. So ließen sich Formalitäten vereinfachen, dem Patienten waren die betreuenden Mitarbeiter der Herzgruppe bereits bekannt.

Unsere Arbeiten belegen, dass bei jedem zweiten Rehabilitanten aktuelle psychische Beeinträchtigungen und Störungen nach ICD-10 vorliegen, die Krankheitswert besitzen. Die Ergebnisse sind im Hinblick auf die Frage einerseits der Rehabilitationsbedürftigkeit von Patienten mit kardiologischen Erkrankungen und andererseits der vorzuhaltenden psychosozialen Angebote in der medizinischen Rehabilitation von Bedeutung. Rehabilitationsbedürftigkeit besteht prinzipiell, wenn eine manifeste kardiologische Erkrankung diagnostisch abgesichert ist und sie zu einer Funktionseinschränkung des Patienten geführt hat. Rehabilitationsbedürftigkeit kann auch dann angenommen werden, wenn aufgrund eines komplexen Risikoprofils in absehbarer Zeit eine Funktionseinschränkung bzw. Gefährdung der Erwerbsfähigkeit zu erwarten ist oder wenn komorbide psychische Beeinträchtigungen die Leistungsfähigkeit bereits eingeschränkt haben. Die Diagnostik psychischer, insbesondere depressiver Störungen aber auch von Suchterkrankungen, ist für den weiteren Verlauf der KHK von zentraler Bedeutung. Der Einsatz von Screening-Verfahren zur Erfassung psychischer Belastungen ist notwendig.

 

Ab 2002 registrieren wir solche Diagnosen, die psychische Störungen im Sinne des ICD-10 abbilden, um in späteren Berichten darüber profunde Aussagen treffen zu können. Wünschenswert wären weitere Studien zu diesem Komplex, um die Bedeutung der psychischen Störungen als eigenständige Risikofaktoren bei der Entstehung koronarer Gefäßerkrankungen deutlicher würdigen und diesen in der Rehabilitation den ihnen entsprechenden deutlich höheren Stellenwert beimessen zu können.

 

Wir werden auch in Zukunft der weiteren Selektion von Herzpatienten nach dem Schweregrad ihrer Erkrankung, ebenso wie nach psychosozialen Kriterien, für die Auswahl der geeigneten Rehabilitationsform große Aufmerksamkeit schenken. Dazu werden wir die Zusammenarbeit mit Akutkrankenhäusern und Kostenträgern weiter intensivieren.

 

In unsere tägliche Arbeit werden wir die Ergebnisse der Qualitätskontrolle ständig einbeziehen und den Rehabilitationsprozess entsprechend verändern, verbessern und anpassen.

 


 

Ansprechpartner im Herzhaus

 

 

Name, Funktion

Telefon

Janine Golas, Rezeption/Information

 

030-259496-0

Reiner Korb, Verwaltungsleiter

 

030-25949613

Dr. Bernd Lorenz, Ärztlicher Leiter

 

030-25949615

Sabine Wodke, Dipl.-Sozialarbeiterin

 

030-25949625

Karin Bergmann, Med. Assistentin

 

030-25949616

 

 

 

 

Literatur bei den Verfassern

 

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